Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 9 (30.6.1922)
- Date
- 1922-06-30
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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116 AUA „Iüöische Geschäststüchtiskert." Geehrte Schriftleitung! Durch die Presse des In- und Auslandes ist die bisher undemen- Lierte Nachricht gelaufen, der ehemalige deutsche Kaiser habe gegen ein Honorar von 250 000 Dollar den Erstabdruck seines demnächst erscheinenden Buches der Northclifse-Presse verkauft. Bekannt ist, das; sowohl Hi udenburg wie Ludendorff ähnlich verfahren sind, ersterer hat 30 000, letzterer 20 000 Dollar erhalten. Ueberdies schreibt Lud endorff gegen recht gediegene Valutahonorare Zeitungsartikel in englischen Blättern, in denen er auch noch die deutsche Republik auf seine Weise in den Kot zieht. Von dieser Seite waren wir gewohnt, mit Belehrungen über den Begriff der „nationalen W ü r d e" überhäuft zu werden, die es verbietet, sich beim „Erbfeind" anzubiedern. Und ausgerechnet mit dem berüchtigten N o r t h c l i f f e in Verbindung zu treten, der (fälschlicherweise) in der hakenkreuzlerischen Presse kategorisch zum Juden gestempelt wird, das dürfte selbst denen über die Hutschnur gehen, die gottlob eine andere Auffassung über „nationale Würde" als die Ludendorff e iutti quanti hegen. Was aber sagen unsere Antisemiten d a z u? Ja, wenn ein Jude so etwas gemacht hätte! W i r kennen das Lied, das da von dieser Seite angestimmt würde. „Echt jüdisch-vaterlandslosmammonistische Geschäftstüchtigkeit." Aber, dummer Bauer, das ist doch ganz was anderes! Der denkende Teil des deutschen Volkes wird sich indessen schon seine eigenen Gedanken machen. Und die Hakeukreuzler mögeu — Lorribile tHctu — erkennen, daß die „jüdisch-materialistische Weltanschauung", der es unter Verletzung nationaler Würde auch auf einen „Vaterlandsverrat" nicht ankommt, bereits so sehr in ihren eigenen Kreisen an Boden gewonnen hat, daß eine Rettung unmöglich erscheint. Rechtsanwalt Dr. Er nst Li nz (Mannheim). * Geehrte S ch r i f t l e i t u n g! Es erscheint mir zweckmäßig, unsere Glaubensbrüder darauf aufmerksam zu machen, daß der Antisemitismus nicht abgeschwächt wird, wenn man glaubt, sich von der nichtjüdischen Bevölkerung zurückziehen zu sollen; in diesem Falle würde man gerade das Gegenteil erreichen. Es wird dies insbesondere die Mitglieder und Freunde des E. V. interessieren, welche ihren Wirkungskreis in der Provinz haben. Gerade dort bietet sich Gelegenheit, den verschiedenen Vereinen und Korporationen als Mitglied beizutreren und persönlich ausklärend zu wirken, geschützt durch den Punkt der Satzungen „Religiöse oder politische Bestrebungen sind ausgeschlossen". Ob sportliche Vereinigungen, ob Krieger-, Schützen-, Sänger-, wissenschaftliche Vereine, überall sollte man die Gelegenheit benutzen, mitzuwirken und sich nicht zurückziehen. Bleiben nichtjüdische Kreise ganz unter sich, so bekommt leicht der Antisemitismus Oberwasser und gewinnt an Verbreitung; denn jede Rücksicht füllt dann weg. Mir sind viele Fälle bekannt, in denen antisemitische Handlungen unterdrückt werden mußten, weil Juden als Mitglieder gleiche Rechte und Pflichten zu beanspruchen hatten. Erst neulich, bei einer Jahreshauptversammlung des „Schlesischen Keglerbundes" in Breslau, war es für mich erhebend, als der Vorsitzende, Herr Eugen Weigt (Nichtjude), ein energisches Wort sprach und das Ankleben von antisemitischen Zetteln aus den Kegelbahnen mit Abscheu verwarf, indem er erklärte, nur schlesische Kegelbrüder ohne jeden Unterschied zu kennen. Ein anderer Fall hierorts: Ein Kriegerverein führt anläßlich eines Festes ein Theaterstück aus, das einige Verse enhält, in denen „Jtzig" verhöhnt wird. Bei der ersten Probe erklärt wiederum ein Nichtjude, daß man mit Rücksicht aus die jüdischen Kameraden diesen Vers streichen müsse, was auch geschah und immer geschehen wird, wenn man dabei ist. Ich kann deshalb nur an das echt jüdische Gewissen eines jeden appellieren und ihm zurufen: „Hinein in die nichtjüdischen Kreise!" Bekämpfung des Antsemitismus heißt nicht, sich vom Christentum absondern. Her m a n n L icht, II. Vors, der Ortsgruppe Striegau. .!#; Wir erhalten in den letzten Wochen fortgesetzt Briefe, auch aus amtlichen Kreisen, die der Schriftleitung das Einverständnis rnit der Führung der Zeitschrift und des Vereins aussprechen. Die Briese stammen von Anhängern der verschiedensten politischen Parteien. Nachstehend veröffentlichen wir eine der kürzeren Zuschriften: Ein christlicher Beamter schreibt uns: Sie waren so liebenswürdig, mir seit längerer Zeit Ihre Zeitschrift zu überweisen, die mir viel wertvolles Material im Kampfe gegen die „Schmach des Jahrhunderts" geliefert hat. Wenn ich das schon hinsichtlich "der alten Zeitschrift stets gern anerkannt habe, so muß ich Ihnen geradezu begeisterte Anerkennung zollen nicht nur wegen der anziehenden .äußeren Ausstattung der neuen Zeitschrift, sondern vor allem wegen der überaus geschickten Gliederung und Auswahl des Stoffes. Gerade uns Andersgläubigen, die wir Ihnen im Kampfe gegen Verkennung und Uebelwollen als „wirkliche" Vaterlandssreunde zur Seite stehen, haben Sie damit ein unübertreffliches Abwehrmittel in die Hand gegeben. Stets Ihr sehr ergebener K. F. Steuerinspektor. Alleinige Anzelgon-Aunalime Kudolf Blosse, Änzeigea-Annalims für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. ✓ Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. ✓ Salle (Saale) Hamburg / Hannover / Leipzig / Magdeburg ✓ Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich Zur Hautpflege 'Körperpflege 'Schönheitspflege Zjup Babypflege > für Mdfßge <für Sportfleute' Strümpfe Neuheiten in Sport-, Kostüm- und Tennisstrümpfen sowie Woll- und Seidenjumpers Handschuhe aus Leder und Stoff Inhaber: Heinr. Silberberg, Berlin W, Kteiststraße 23 ' im