Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 6 (8.6.1922)
- Date
- 1922-06-08
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Kulturgeschichte des Judentums dar und behandelt in seinem ersten Teil die Nolle der Juden in der Gemeinde, den Anteil der Juden an der europäischen Kultur und. Me Gründe des Judenhasses. Der Verfasser lehnt sich dabei vielfach an Senebarts Auffassung an und findet die Gründe für den Judenhaß in der wirtschaftlichen Einstellung. Im Zweiten Teil behandelt Fuchs das eigenliche Thema. Er geht im einzelnen historisch vor und beginnt mit dem 14. Jahrhundert, in dem die Kirche und die Volkskunst in stereotyper Weise sich am Antisemitismus beteiligten und wo die Form der Karikatur in der sogenannten „Jndensau" ihren derben und abgeschmackten Ausdruck fand. Es kamen allmählich im Laufe der Zeiten die Karikaturen über den jüdischen Wucherer, den jüdischen Kipper und Wipper, den Hosjuden, den Juden als Soldat und den sogenannten jüdischen Typ. In kleinen Sonderkapiteln wird die literarische, die sprachliche und die Plastische Satire behandelt. Das 19. Jahrhundert bietet erweiterten Stoff. Vor allem die Emanzipation, in deren Gefolge die antisemitische Wihblattprcsse erscheint. Mit seinem Einfluß in der Politik, in Literatur und Kunst bietet der Jude für die Karikatur ein erweitertes Feld. Wie sehr der Weltkrieg und die Zeit nachher von antisemitischer Verhetzung durchseucht wurde, steht in unserem frischen Leben. Diese ganze Hetze beruht in ihrem Wesen aus einem Zerrbild und einer Verleumdung des Judentums und dem entspricht auch die Karikatur. Ein kleiner Ausschnitt behandelt das Erotische in der antijüdischen Satire. Mit einer Betrachtung über die jüdische Selbstironie schließt das interessante, belehrende und im Ton und Inhalt anständig gehaltene Buch, für dessen Herausgabe freilich die gegenwärtige Zeit sehr schlecht gewählt ist. Dr. F. Frank. Das Buch der jüdischen Weisheit. Von Giuseppe Levi. N. Löwit Verlag, Wien und Leipzig, 1921. Die fundamentale Ethik des Judentums und seine tiefe wunderbare Poesie, seine weltumspannende Liebe und fein starres, unerbitt- - liches Beharren im Geiste des Gesetzes, einen Ueberblick über das , ganze wahrhafte Judentum des Talmuds -gibt Giuseppe Levi in den vorliegenden Zwei Bänden, die von Ludwig Seligmann aus dem Urtext übertragen wurden. 'Die Neuauflage dieses Werkes, das durch die glanzende, von größter Sachkenntnis getragene Zusammenstellung zum wahren Kompendium talmudrscher Weisheit wird, war lange vergrifsen. Die Neuauflage füllt eine Lücke aus, denn sie öffnet den vielen, denen der Talmud verschlossen bleiben muß, weil sie nicht im Geiste seiner Sprache erZogen wurden, einen Weg zu seinem Sinn. Veremsnachrichten. Ortsgruppe Potsdam. 81. Januar. Generalversammlung. Wiederwahl des Vorstandes. Vortrag des Herrn Dc. Neu m a n n (Potsdam): „Die Martyrien der Juden im Mittelalter und wir." 8. Mai. Unterhaltungsabend. . Vortrag des Herrn Dr. Holländer, Syndikus des Eeutral-Vereins: „Eine ernste Plauderei über unsere Zukunft." Unser Landesverband Niederschlesien teilt uns folgende Liste seiner Vertrauensmänner in den schlesischen Bädern mit: Bad Altheide: Herr Oskar Rüben, Villa Heilborn, und Sanitäisrat Dr.' Ehrlich. Bad Kudowa: Herr Sanitätsrat Dr. Loebinger und Herr Max Pollack in Kudorva-Sackisch. Bad Landeck: Herr Leipziger und Frl. Karoline Fröhlich, Villa Äarolina. Bad N e i n e r z : Herr Moritz Beer. Bad S a l z b r u n n : Dr. Vlumenthal (nicht Mitglied des E. V.). Bad Warmbrunn: Sanitäisrat Dr. Moses. Bad Charlottenbrunn: durch die Ortsgruppe Waldenburg (Rechtsanwalt Benno Cohn). O b e r s ch r e i b e r h a u i. R.: Frl. Schindler, Pension Schindler. Geschäftliche Mitteilungen. Im Tale der Biele eingebettet, von hohen Waldbergen umgeben, in unmittel^ barer Nähe des Bades Landeck, liegt das Waldsanutorium Germanenbad. 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