Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 2 (11.5.1922)
- Date
- 1922-05-11
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Insassinnen dort mehr oder weniger wvhlsühkten. Bei der jetzt so hoch gehenden antisemitischen Melle, soll es in einigen Heirnen zu so starken UnZuLräglichkeiten gekommen sein, daß man zu dem Beschluß gekonunen ist, Z u r z e i t n u r A n g e h ö r i g e der christlichen Glaubensgemeinschaft auf zu nehmen, was auch im Projekt vom Februar 1922 zum Ausdruck gekommen ist. Nach mündlicher Aussprache mit der jetzigen Leitung findet man diesen Zustand selbst bedauernswert. Es versteht sich demnach von selbst, daß die Selbstachtung der Juden gebietet, zurzeit keine Aufnahme mehr in den Heimen zu suchen, und fomit auch kein jüdisches Geld mehr den Kassen der Stiftung zufließen zu lassen. Viel ernster liegt für uns die andere Frage: Mo erhalten unsere jungen Jüdinnen eine gleichwertige hauswirtschastliche Ausbildung? Die von der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden und dem Jüdischen Frauenbund gemeinsam in Vorbereitung genommene Erziehungskonserenz, die irn Herbst 1922 in Berlin stattfinden wird, beschäftigt sich unter andern Problemen auch lebhaft mit diesem. Wird doch die Notwendigkeit der Allsbildung der hauswirtschastlichen Fähigkeiten noch imrner nicht richtig erkannt! Hierzu kommt der Mangel an jüdischem Erziehungspersonal, zürn Teil auch hervorgerusen durch antisemitische Strömungen, die den jungen jüdischen Mädchen eine sachgemäße Vorbildung und staatliche Prüfungen erschweren und fast unmöglich machen. Jüdischer Elternbrrnd Grosz-Berlin. Der jüdische Elternbund Groß-Berlin ist eine Vereinigung jüdischer Eltern ohne Rücksicht auf deren politische und religiöse Anschauung. Sein Zweck ist der Schutz und die Wahrnehmung der Interessen aller jüdischen Schüler, die Groß-Berliner Schulen besuchen. Der jüdische Elternbund bildet an allen von jüdischen Schülern besuchten Groß-Berliner Schulen Gruppen, welche den engeren Zusammenschluß der Mitglieder bewirken sollen, und durch Delegierte im Vorstand vertreten sind. Soweit an Groß-Berliner Schulen noch keine Gruppe besteht, wollen sich interessierte Eltern zwecks Bildung einer solchen mit dem Vorsitzenden Georg Lachmann, Berlin NO 55, Prenzlauer Allee 49, in Verbindung isetzen. Der jüdische Elternbund Groß- Berlin lehnt es ausdrücklich ab, in dem das Judentum zerklüstenden Streit um politische und religiöse Fragen Stellung zu nehmen. Seine Bestrebungen sind ausschließlich darauf gerichtet, dem Wohle der jüdischen Schüler zu dienen. Jüdischer Jugendbund „Kameraden", O r t § a r u p v e V c r l i n. Ortsaruppenleitcr: Bruno Oppenheim. B-erlin-Teael. Brnnowstratz-s 8; Telephon: Te-eel Hb. Kassenwart: Kurt Bieber, Berlin-Schön-eb-era. Vvrbergsiraßo 5; Telephon: Stephan 96 65. Veranstaltungen i m M onat M a i. Bezirk A: W e st e n und westliche Vororte. Lenker: Kurt Bieber. Berlin-Schöneberg. Vorbergstraße 5: Telephon: Stephan 96 65. I. Gruppe (Jungen und Mädchen über 14 Jahre). Gruppenführer: Bruno Lenk. H e i m abende. II. Mai, abends 8 tU)r, bei Kurt Bieber, Verlin-Schönebera, Vorbergstrasze 5; 18. Mai. abends 8 Uhr, bei Aböls Zwettols. Berlin-Schönberg, Heilbronner Straße 25. Fährte n. 14. Mai. morgens 7 Uhr 15 Minuten. Stettiner Vorortbahnhof, Richtung Bernau: 24. Mai. na-chmittags 3 Uhr. Bahnhof Meran de rpl atz. Normaluhr, 1)4 Taeesfahrt nach Fürstenwalde: 28. Mai. morgens 7 Uhr 30 Minuten, Bahnhof Zoo, Normaluhr. Richtung Stahnsdorf. II. Grupp e (I u n g e n u n t e r 14 Jahre n). Gruppenführer: Heinz Lehweß. Adolf Zweitels. Spielnachmiitage: Jeden Sonnabend. nachmittags %4 Uhr; Treffpunkt: Hauptstraße Ecke Mühlenstraße: (Fahrten siehe 1. Gruppe). Bezirk B: Berlin NO. Leiter: Friß Kurt Schlesinger, bei Herrn V. Traubenberg. Berlin NO 55, Winsstraße 72. III. Grupp e. Heimabende: 16. Mai. abends 347 Uhr. bei Fritz Kurt Schlesinger. NO 55, Heinersdorser Straße 21; 23. Mai. abends 347 Uhr, bei Elsbeth Eohn, Berlin N0 43, Neue Königstraße 19a: 39. Mai, abends 347 Uhr, bei Rosa Linkowski. Berlin N0 55, Rhkestraße 19. Fahrten: 14. Mai. morgens 7 Uhr 15 Minuten. Stettiner Vorortbiahnhof, Richtung Bernau; 24. Mai. nachmittags 3 Uhr. Bahnhof Alexanderplatz Normaluhr. 134 Tagesfahrt nach Fürstemvalde. Spiel-- nachm-ittage: Jeden Sonnabend von 5 bis 7 Uhr, irn Neuen Hain. Sportgeräte mitbrmgen; Turnabende: Jeden Mittwoch von 7 bis 9 Uhr, in der Turnhalle der 58. Gemeindeschule, Heinersdorfer Straße. IV. Gruppe (K ü k e n g r u p p e). H e inv> a beude: 15. Mai, nachmittags 5 Uhr, bei Rosa Linkowski. Berlin NO 55. Riste straße 16; 22. Mai. nachmittags 5 Uhr, bei Milka- Traubrnberg. Berlin NO 55, Winsstraße 72; 29. Mai. nachmittags 5 Uhr. bei Friß Kurt Schlesinger, Berlin NO 55, Heinersdorfer Straße 21. Turnen und Spielen sowie bk Fahrtenfindengemeinsam mit der III. Gruppestatt. Bezirk 0. Berlin-Tegel. Leiter: Bruno Oppenheim. Berlin- Tegel. Brunotvstvaße S; Telephon: Tegel. 716. V. Grap p e (I u n g e n u n d M ä d ch e n jeden A l t e r s). 14. Mai. morgens 6 Uhr 36 Minuten, Endhaitestelle der SLrasg'nüahn, Normaluhr. Richtung Bernau: 24. Mai. nachmittags 3 Uhr, Bahnhof Alexanderplatz, Normaluhr, 1.34» Tagesfahrt nach Fürstenwalde; 28. Mai. morgens 7 Uhr 36 Minuten, Bähnhos Zoo. Normaluhr. Richtung Junge M-onschen jeden Alters sind zu allen unseren Veranstaltungen als Gäste willkommen. Zahlreichen Keserrr. Herzlichen Dank für die vielen anerkennenden Zuschriften und die Glückwünsche zum Erscheinen unserer Zeitung. Hoffentlich gehen diese so sehr in Erfüllung, daß wir dereinst in der Lage sind — das Blatt einznstellen, lueil es seine Mission erfüllt und den Antisemitismus besiegt hat. Bis dahin aber bitten wir unsere Freunde um reges Interesse und tätige Förderung. Dr. S., Breslcnr. Sie sind darüber entrüstet, daß ein bisher völlig einwandfreies Witzblatt, wie die „Liest i gen Blätter'" seit einiger Zeit den jüdischen Jargon- und Wrsenwitz in einer Art kultiviert, die gehässiger Verhöhnung des Judentums verzweifelt ähnlich sieht. Auch uns ist dies längst peinlich ausgefallen. Und obgleich wir der Meinung sind, daß neben dem vergeßlichen Professor, dem verbummelten Studiosus und dem ansschueidenden Förster gelegentlich auch der jüdische Börsianer oder Hausierer karikiert werden darf, sind wir doch höchst erstaunt darüber, daß ein Blatt, dem ein so bedeutender jüdischer Schriftsteller wie Dr. Alexander M o s zko w ski vorsteht, die Grenze zwischen Harmlosigkeit und Geschmacklosigkeit nicht zu Ziehen versteht. B. Mareuse, Berlin. Vielen Dank für die interessante Zuschrift. Wir kommen auf dieses Th.eum noch zurück. Zeitrrngslcser. Sie wundern sich, Anzeigen „christlicher" Badeorte nunmehr auch in der „V. Z. am Mittag" des Hauses Ullstein zu finden? Wir auch. Schutz- und Trutzbund in Elbing. Euer Gesinnungsgenosse, der Nestaurateurssohn Penguit t, hat nächtlicher Weile dem Kaufmann Mendelssohn' die Schaufensterscheibe eingeschlagen und vor Gericht natürlich versucht, alles abzuleuguen. Wir gratulieren euch zu diesem Musterexemplar eines deutschvölkischen Kämpen, den ein allzu milder Richter nur für zwei Monate ins Kittchen steckte, wobei er hervorhob, „daß der Angeklagte der Verhetzung des deutschvölkischen Schutzbundes erlegen sei und daß man es nicht als „deutsch" bezeichnen könne, heimlich die Fenster seines Mitbürger zu zertrümmern." Heil! Alldeutscher Verband in Innsbruck. Bei euch hat neulich ein Herr Dr. Lautschner einen Vortrag gehalten, der in eine Verherrlichung der schw a r zrotgo ldenen Fahne als dem Symbol des einstigen gesamtdeutschen Staates ausklang. Was sagen euere Gesinnungsgenossen im Reich dazu? Von diesen wird doch be- .kanntlich eben diese Fahne als „Jndenfahne" beschimpft und sie schwören auf schwarzweißrot. Wollt ihr es ihnen abgewöhnen, so teilt ihnen mit, was wir euch hiermit verraten: Die Lagersahne des S t a m m e s L e v i war einst ebenfalls s ch w a r z w e i ß r o t. F. B. Magdeburg. Sie finden das Gesuchte am besten im Hamburger „Israelitischen. Familienblatt". Ju-enfeinöliche Erholungsorte. Bansin (Inserat der BadeverwaUung: „Nur christliche. Gäste"). Borkum. Dangast. Ditzenbach i. WürLt. Ein öd b. Friesach in Obersteiermark. Kiri Herbergen. (Frenrdenverkehrsverein versendet Prospekte mit der | Aufschrift: „Nur für | christliche Familien".) Hettigenhafen.! Juist. i Könrgsseld, Schwarz- ' rvsld. (Prospekt: „Israe-! Uten suchen den Kurort j in der Regel nicht auf")! Langeoos.! Mallerberg, Thüring.! Spiekeroog. Underlluratt. Schwarz- . wald. (Das Kurhaus - versendet Empsehlüngsj schreiben mit dem Beri merk: „Für jüdische! Empfänger ungültig.") Boldrrbad bei Hall. °* Wald in Oberpinzgau. (Israeliten ausgeschloss.) Zinnowitz. Hotels und Pensionen, die judcufeindlich sind oder denen als ansgesprochen ^christlichen Hänsern" jüdischer Besuch nicht wiütsrnmen ist. Vtrendsee (Billa „Lu- . beca", Logierhaus „Wotan"). Altheide (Haus Gerda). August ab ad b. Neubrand eubura i- Mecklenburg (Kurhotel, Bes. .Wilhelm Cvert). . Batzrischrell (v?. von Mengershausens Kurheim „Tauuerhof"). Berchtesgaden (Billa „Minerva", Pension Malterlehen i. d. Schönau, Haus Schönect ci. Gut Fifchruichellehen). Benron (Hotel u. Pension Pelikan. Inhaber A. Hausen). Bin.1 (Haus Gaebel, Qnisisana. Hotel Potcnbera). Brannlage am Harz (Haus Anna-Liese, Bes. Frl.CHulze. Haus Waidmannsheil). BrunShauVten i. Mecklenburg (Pension. Bella vifta, Castle Mona, Fürst Bülow und M. CLichcrt, Lindenstraste 52). Brrckenbach (Familienerhotuu6shcim Wicsneck, Bahnstation Himmelreich.-Hölleuthal). Buckow. Kreis Lebus l „Wilhelm shöhe"). Elster (Pension Kurländer Haus, Inh. Frau Strohdach). Fallingbostel- Bezirk Lüneburg (Pension Ker-- ficn. Lungenkranke und Israeliten werden nicht ausgenommen). Klinsöerg („Borussia", Billa Bergfrieden. Haus Bötticher, Haus Daheim, Inh. Grabe, Haus Fevdora, Lug-ius-Land, Haus von Bützingslöwen). Fvanksurt am Main (Bahnhofshotel „Kölnischer Hof", Bes. Laasz). Areudenlladtl.Schwarzwald (Palmenwald), Kurhaus Teuchelwald. Haus „Freiheit", Inh. v. Beckerath). Friedrichroda (Billa Charlotte, Alexanderstraße 22; Hotel Lange, Bes. O. Lück). Grhlberg bei Oberhof (Gehlbcrger Mühle). Georgenthal i. Thür. (Billa „Daheim"). Gernrode (l. Chriftl. Logierhaus: Vorsteherin Frau Snp. Schlemm). GoSlar a. Harz („Der Achtermann". „Rats-. keller", Easthaus„Vogel", Familienpeusion Kloster Frankenberg). Hahnen Nee rm Harz (Haus Vocksberg, Villa