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Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 23-24 (Juni 1921) · p. Seite 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 23-24 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 375 (sequence 23)
Language
German
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Auf blühender Heide. Zu gewissenZeiten gehl von jedem Stückchen Erde eine besondere Schönheit aus. mag auch sonst seine Pflanzenwelt noch so eintönig sein. Solche eigenartigen Stimmungen spendet der Sumpf, wenn die weißen Seerosen und die gelben Teichmummcln ihren Schmuck entfalten, das Moor, wenn etz die Zierde des schneeigen Wollgrases aufzuweisen vermag. und die weite, schwermütige, stille Heide, wenn sie sich in das rosige Schimmergewand blühenden .Heidekrautes gekleidet hat. In unserer Heimat sind es vornehmlich zwei Heidearten, die den rosafarbigen Teppich hervorzuzaubern vermögen, die gemeine Besen« Heide und die Glockenheide. Stellen sich bei der ersteren die kleinen Blüten in fast einseitswendigen dichten Trauben zusammen, so stehen bei letzterer etwa ein Dutzend prächtiger Glöckchen in einen» kopfig-doldigen Blutenstände am Ende der handlangen starren Stengel. Zu diesen beiden beherrschenden. Arten gesellt sich dann noch hie und da die seltene graue Heide, die quirlig-traubige Blütenanordnung aufweist und ihren Stengel mit Laubblättern schmückt, die quirlig zu je dreien angeordnet sind. Man findet dieses Pflanzenkind auf Heiden und in Kiefernwäldern des westliche» Gebietes des Niederrheins. Dem Anscheine nach dringt die graue Heide nach und nach gegen Osten vor. .Wer häufiger die Heide besucht, der wird hin und wieder Gelegenheit haben, Statur in einem lauschigen Winkel ihrer Werkstatt z» blicken. Plötzlich steht der Wandersmann mitten im rosafarbigen Heideblütenieppich vor einem Büschel weißblühender Heide. Niemand ist in der Lage, zu erklären, welche Mittel die Allmutter Natur angewandt hat, um diese seltene Pracht hervorzubringen. Sticht weniger überrascht den Naturfreund der Anblick der Thymian-Seide, die als echte Schmarotzerpflanze das Heidegezweige mit langen weißen Fäden, an denen weiße und rötliche Blütenknäucl anfldreiht sind, überzieht. Auch aus Klee und Ginster kommt dieses merkwürdige Naturkind, manchmal vor. Eine abgeschlossenePflanzengemeinschaftwie die Heide hat innerhalb ihrer Verbreitung besonders befreundete Gewächse. Es ist beachtenswert, daß diese Gestalte» wieder in bestimmter Artenzusammenseyung auf besonder» Böden vorkoinmc». Ausschlaggebend ist für solche Ansiedlung die Erdsenchtigkeit. Wo die Heide ans Sandflächen wächst/ findet man nicht selten Habichtskräuter, Bärlappgrwächse. . Besenginsternnd Wacholder. Mooriges Heideland trägt die wunderbaren Sonncntanarle». die zu den insrktrnfangrnden Gewächse» gehören, verschiedene Enziane, die Aehrenlilie. daö Wollgras, Moos- und andere Waldbeere» Eigenartig wie die Pflanzenwelt der Heide ist auch ihr Tierreich»»», lieber-sie wechseln noch daö schnellfüßige Sieh und der seltene, stattliche Stothirsch. Hase und Wildkaninchen bevölkern sie. Steineke Pos und Grimbart, der Dachs, beziehen hier noch ihre stille Klause in Malepartus. Wiesel jagen im Üleinwnchd der Kräuter aus Mäuse Und Insekten. Die weiten Heidegebietc sind derLiebljngüansenthalt des BirkwildeS, eines echte» Kullnrflüchtlingd. Wenn die Heide zu blühen beginnt, lulle» über ihr Heidelerchen im Sonnenglast: Schwarzköpfchen fliegen durch ihre fliinmerndc Wärme. Abends spinnt dort die schnurrige Nachtschwalbe ihr Spii.uierlied. Kiebitze purzeln auf Suinpfhciden durch die Weite», und Bekassineii gehen in ihren unklaren TüiNpeln der Siahrung nach, lleber der Heide rüttelt der Turmsalk, auf /

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