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Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 23-24 (Juni 1921) · p. Seite 363

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 23-24 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 363 (sequence 11)
Language
German
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heute und Gestern NN pT2*Dm D'Ö’S Berg Ultö rpm dritten Monat nach dem heiter und freundlich - Ihr braucht nur MUtt» Auszug der Rinder Israels an die Rheinländer zu denken. Und ' „ au» Aegypten,' an' eben . diesen Andere, die in einem kargen, unfreund- Tagen Kamen sie in die Wüste Sinai, lichen und ernsten Landstrich wohnen, sind Denn sie waren aufgebrochen von Reselbst verschlossen, ernst und wenig zusidim und kamen in die Wüste Sinai und gänglich. wie z. D. die Dauern in den machten dort ein Ruhelager, so lagerte großen Mooren Norddeutschlands und die Israel gegenüber dem Lerge". Fischer an den Rüsten der Nordsee, die Mit diesen Worten beginnt die Vibel nichts kennen als den gelben Sand ihrer ihren Bericht über die Verkündung der Dünen und die gleichförmige WeUenfläche zehn Gebote auf dem verge Sinai. Habt des Meeres, über dem die Nebel hängen. Ihr einmal darüber nachgedacht, warum wenn die Außenwelt abwechslungswohl grade dort sich jenes große Trreich und interessant ist, dann beschäftigt eignis abgespielt hat, zu dessen Andenken sich der menschliche Geist mit ihr. Wir wir das Schabuoth- Fest feiern? Line empfangen die meisten Lindrücke durch unendliche Steppe und ein hoher, drohender das Auge, und wenn wir recht viel zu Berg — das ist die Umgebung, in der sehen Haben, so behalten wir wenig Zeit die zehn Gebote der Menschheit verkündet zum Grübeln und Nachdenken, wie. ist worden sind. Nicht in einer großen, es damit aber in der Einsamkeit? Da volkreichen Stadt, in einem herrlichen und ist z. v. irgendwo ein Schäfer, der weidet zugleich geheimnisvollen Tempel, wie es seine Herde in der Heide. Wochenlang deren viele in Aegypten gab, unter bleibt er da draußen, sieht nur selten Posaunenschall und Weihrauchwolken, einen Menschen, und wohin er auch blickt, sondern in der Verlassenheit einer Einöde, überall dehnt sich ins Unendliche die gleichsam verborgest vor dem Leben der braune Fläche. Er gibt' nichts zu sehen, Welt, die später einmal auf die Worte außer dem Himmel und der Erde und vom Sinai hören sollte. Wie ist das zu beide sind unendlich weit, sein Auge kann erklären? sie nicht umfassen wie eine waldland- Seid Ihr schon einmal durch eine öde, schaft oder ein Tal zwischen Vergen. Und einsame Landschaft gewandert? vielleicht da fängt er an, sich nicht mehr mit den durch die Lüneburger Heide oder über ein Dingen um ihn herum zu beschäftigen, stilles Moor, durch eine Eiffellandschaft sondern mit seinen eigenen Gedanken, oder in der Rhön? Da ist sicher etwas mit dem, was i n ihm ist. Man sagt Seltsames mit Euch geschehen. - Zuerst dann: „er sieht mit seinen geistigen Augen" wart Ihr noch fröhlich, habt Ihr vielleicht oder : „er schaut in sein Inneres". Solche auch gesungen und Unsinn getrieben, aber Menschen pflegen gewöhnlich etwas abje weiter Ihr gewandert seid, desto stiller sonderlich zu werden, sie glauben allerlei wurdet Ihr und desto — nachdenklicher. Dinge zu sehen oder zu Hören, die ihre Denn der Mensch ist abhängig von der Mitmenschen nicht wahrnehmen. Das Landschaft, in der er lebt. Menschen, die abergläubische Volk hält sie für „unin einer heiteren, abwechslungsreichen heimlich", glaubt, daß sie mit Geistern Gegend aufgewachsen sind, sind selbst und Dämonen in Verbindung stehen oder 363

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