Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 23-24 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 357 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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griff sofort zu, kaufte für sein ganzes Geld Schwänze, mietete einen Wagen und begab sich heimwärts. „Na," dachte er bei sich, „da hat mir Gott doch wirklich eine Mezije zugeschicktvon dem Erlös werde ich dem puriz sein Geld zurückgeben, und der Gewinn wird für mich,' für meine Frau und die Kinderchen bis ans Lebensende reichen." Nls aber der puriz den guten Kauf sah, da sagte er: „Ei, Moschko, Moschko, dir ist wirklich schwer zu helfen, ein Schlemiel warst du, ein Schlemiel bleibst du. Aber Höre, ich will dir noch einmal aushelfen." Und er ließ in allen Dörfern verkünden, daß kein Dauer in das Städtchen zum Markt kommen dürfte, ohne einen Schwanz mitzubringen. Reb Mojsche befahl er aber, sich mit seinem Wagen vor dem Tore aufzustellen und keinen Schwanz unter einen Gulden zu verkaufen. Den armen Dauern blieb nichts übrig, als den Gülden zu zahlen. Und so wurde Reb Mojsche alle seine Schwänze los. Rls er aber selbst zum Tore Kam, da fragte ihn der Wächter: „Wo ist denn dein Schwanz? Ich darf keinen ohne Schwanz hereinlassen." „Was soll das Heißen," rief der Melamed aus, „ich brauche doch Keinen Schwanz." Über der Wächter ließ ihn nicht herein, und er mußte, um nach Hause zu kommen, seinen ganzen Erlös für einen einzigen Schwanz hergeben, den jener schon bereit liegen hatte. $ r i sch e r 5 ch n e e In Thelm ist es, wie in allen kleinen Städten, Sitte, daß der Schames in aller Frühe durch die Gassen geht und ruft: „Geht in Schul herein!" Nun war der erste Schnee gefallen, und die Thelmer glauben, daß man sein Gedächtnis stärkt, wenn man sich die Stirn mit frischen Schnee wäscht. Deshalb war es ihnen um den neuen Schnee schade, den der Schames auf seinem frühen Weg zertreten würde. Drum kamen sie zusammen und beschlossen, daß der Schames nicht zu Fuß gehen solle, sondern vier Männer sollten ihn tragen, und so sollte er die Leute zum Beten rufen. Dier ettende n Doge I In die Mitte des Winters fällt der „Samstag des Gesanges" (Schabbos Schiroh), so benannt nach dem Liede, das die Söhne Israel nach dem Uebergange über das Rote Meer gesungen. Dieses Lied ist in dem an diesem Samstage vorzulesenden Thoraabschnitte, zweites Buch Moses, 357