Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 21 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 332 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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bleiben, da hier bisher noch niemals ein „In Anbetracht, dessen, daß Ahron Isak Jude gewohnt. hatte. Nichtsdestoweniger ein guter Graveur, ein Künstler in seinem versprach ihm der Statthalter, sich seiner Fache ist, wird ihm durch die Gnade des anzunehmen, schon deshalb, weil er Künstler Königs gestaltet in Schweden zu wohnen, lei in einem Fache, das in Schweden noch jedoch unter der einen Bedingung, daß er selten wäre. den christlichen Glauben annimmt." Kaum hatte Ahron Isak diese 3u- , Niedergeschlagen begab sich Isak abersicherung des Statthalters, schrieb er sofort mals zum Statthalter.. Vieser erriet seine an seinen Bruder Mordechaj, er möge so- Gedanken, nahm aus seinem Bücherschrank bald als möglich gleichfalls nach Stockholm das Gesetzbuch und las dem bestürzten kommen. Unterdessen wurde Isak vom Juden die folgenden Stellen aus dem schwe- Statthalter einem Stockholmer Advokaten disckem Gesetze vor: empfohlen, der ihm ein Gesuch um die „Kein Jude darf in Schweden wohnen, Wohnbewilligung verfaßte, vorläufig er- Ware Kausen oder verkaufen." hielt er eine Ausenthaltsbewilligung auf „Führt ein Schiff einen Juden an Bord vier Wochen. Ahron Isak begab sich mit und dieses Schiff wird in der Nähe einer dem Gesuche zum König selbst, an den er, schwedischen Küste beschädigt, so muß das wie erwähnt, xin Empfehlungsschreiben Schiff so rasch als möglich repariert werden, hatte. Er hatte Glück. Er wurde vom damit es den Juden so rasch als möglich König gnädig ausgenommen, die Mitglieder aus dem Lände weiterführe." der königlichen Familie machten bei dem „wird ein Jude auf seiner Durchreise jüdischen Künstler große Bestellungen und in Schweden krank, so sollen ihm die besten waren von dessen kunstvoller Ausführung Aerzte und die teuersten Medikamente geentzückt. . sankt werden, damit er rasch gesund werde Ahron Isak ließ die vier Wochen, für und das Land verlassen könne." welche seine Ausenthaltsbewilligung ge- Ahron Isak hörte dieser Vorlesung über lautet hatte, nicht unbenützt vorübergehen.; das schwedische Gesetz wortlos zu. Schließlich Schließlich erhielt Aron Isak den Beschluß sagte er kurzentschlossen: „Mir ist es also der Städtbehörde auf sein Gesuch, welches Nicht vergönnt, in Schweden bleiben zu der König selbst an die städtische Behörde können. Meinen Glauben, werde ich nicht leiten ließ. Der Beschluß lautete kurz: ändern." Einige Tage später wurde Ahron „Mit Rücksicht darauf, daß Ahron Isak Isak wieder zum Statthalter berufen, der ihn Jude und noch dazu ein Schwindler ist, mit einem Briese an den Staatssekretär wird er angewiesen, Schweden sofort zu von Helandt verwies. Vieser empfing Isak verlassen." sehr ungnädig. Er drohte, ihm Stockstreiche Der Beschluß trug die Unterschrift des geben zu lassen, und befahl ihm, die Stadt Statthalters, der ihm persönlich die Zusage sofort zu verlassen, weil er ihn sonst in gemacht hatte sich dafür einzusetzen, daß Ketten schmieden lassen würde, wie es einem er in Stockholm bleiben könne. In Heller so verstockten Juden gebühre. Verzweiflung über den so jähen Zusammen- Ahron Isak blieb jedoch fest. Er .war bruch aller seiner Pläne rannte Ahron Isak entschlossen^ nach Ablauf seiner Ausenthaltszum Statthalter, der ihm schließlich eine bewilligung Schweden zu verlassen, als er neuerliche Aufenthaltsbewilligung auf die einige Tage vorher abermals zum Staatsvauer von vier Wochen ausstellte und ihm sekretär berufen wurde. Diesmal wurde riet, einen zweiten Beschluß abzuwarten, ihm endlich die Mitteilung gemacht, der Der zweite Beschluß lautete nicht viel König habe ihm in besonderer Gnade eroerheißungsvoller: laubt, sich in Stockholm niederzulassen. 332