Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 21 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Surrten, soviel Sie wollen. Das ist gewiß nicht ungebildet; ich wenigstens finde es sehr natürlich und würde es ebenso machen, wenn ich an Ihrer Stelle wäre. Wenn Sie sich nachher etwas ausgeruht haben, gestatten Sie mir vielleicht, ein paar Fragen an Sie zu richten." wirklich hatte die Lokomotive vor Schreck einen Augenblick vergessen, zu stöhnen, zu zischen und zu rauchen. Ungebildet wollte sie auf Keinen Fall erscheinen. Sie war zwar nur eine Arbeiterin, aber sie wußte, was sich gehört und hielt auf gute Umgangsformen. Als sie sah, daß Herrn tvmkus Kamerad ein l)-wagen war, bekam sie es mit der Angst, was sollte der von ihr denken? Umso erleichterter war sie, als BCCii zu ihr gesprochen hatte. „® bitte, mein Herr, fragen Sie nur, soviel Sie wollen, das strengt mich gar nicht an. wenn Sie mir meine Kleinen Bequemlichkeiten dabei gestatten wollen, stehe ich ganz zu Ihrer Verfügung, wir Arbeitsleute haben es Nicht leicht und können nicht immer geputzt und geschniegelt sein und schöne Worte machen. Außerdem bin ich schon etwas asthmatisch, das kommt von der schlechten Kohle, wissen Sie." Und „tondern - tondern - tondern" klang es wieder aus ihrem Leib, die Funken stoben und der Dampf zischte. „Sagen Sie," meinte BCCii, „ich werde da wahrscheinlich eine sehr dumme Frage stellen, denn ich bin noch ganz jung und habe noch über vieles nachzudenken. Aber ich möchte gerne wissen, wie es kommt, daß Sie grade jetzt, nach einer so langen Reise, soviel Dampf im Bauch haben, daß er oben heraus kommt. Ich glaubte grade, Sie würden sehr wenig Kraft haben und sich ausruhen wollen." „Ihre Frage ist gar nicht dumm, im Gegenteil. Sie müssen wissen, Um in diesen Bahnhof zu kommen, muß ich eine kleine Anhöhe heraufklettern, eine Steigung überwinden, nennt man es in der Eisenbahnsprache. Das ist schwer, und man braucht Kräfte dazu. Die Kraft, die in mir steckt, ist der Dampf. Der will sich immer ausdehnen und drückt gegen meine wände. Es gibt für ihn aber nur einen weg, um hinauszukommen, der durch die Eylinder, in denen die Kolben stecken, die meine Räder drehen, wenn das Rad sich nicht dreht, kann der Dampf nicht heraus. Beim Berg* 328