Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 21 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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vom k l e inen Mos cs von Nanny Margulier.kluerbach Amram hatte schwere Sorgen. Die Zeiten waren schlimm genug; die Aegypter taten altes, um den Stamm Israel das Leben in Aegypten zur, Hölle zu machen. Furchtbar drückende Steuern, die den Ertrag der Arbeit fast völlig verschlangen, und dazu die schlimmste die Fronarbeit. Eine Anzahl hebräischer Männer mußte stets bereit sein für die großen Bauwerke der Aegypter: sie wurden wie Sklaven, wie Tiere fast zur harten Arbeit angehalten und durch unmenschlich rohe Behandlung zur äußersten Anspannung ihrer Kräfte getrieben. Vas Leiden und Erdulden hatten sie jetzt in langen Jahren gelernt, und das Brot im fremden Lande wurde ihnen bitter und hart. Aber was tun? Ihre Väter hatten es noch so gut gehabt in der Provinz Gösen - nichts fehlte ihnen hier, aus den Zeiten desgroßen Ahnen Joseph stammten noch die guten lvohnplätze und Gesetze, ruhig und friedlich verfloß ihr Leben mit Arbeit auf dem Felde und im Viehstall. Aber der neue König haßte die Kinder Israelfür ihn waren sie Fremde und unnütze Esser, die den Einheimischen nur Platz fortnahmen. Er hatte kein Verständnis mehr dafür, daß einst ein Hebräer es gewesen war, der Aegypten vor schwerer Hungersnot bewahrt hatte durch seine kluge Voraussicht und weise Einteilung aller Vorräte. Vas Gute vergißt sich leicht- und nun Konnte der Pharao den „Fremden" nicht genug Böses antun. Aber was er sich jetzt an Greuel ausgedacht hatte, das ging doch über alles Ertragen, und das war es, was dem geduldigen Amram mit so schweren Gedanken erfüllte. Der Pharao sah, daß trotz aller Quälerei, die er den Bindern Israel antat, ihrer nicht weniger wurden, denn damals war es nicht wie heute, daß man sich, wenn es einem im Lande nicht mehr gefällt, einfach auf die Bähn fetzt oder aufs Schiff, um nach Amerika oder nach Australien auszuwandern. Aegypten liegt zu beiden Seiten des Nils, und nur in den Landstrichen, die der Nil mit fruchtbarem Schlamm überschwemmte, konnten früher die Bewohner Aegyptens leben und ihr Feld bebauen. Nach Osten sperrte das Bote Meer den weg, nach Norden das Mittelmeer, und im Vesten und Süden breiteten sich unendliche öd« wüsten aus und hinderten jede Ausbreitung der Ansiedlung. Alles war in Aegypten lebte, blieb daher im Lande und konnte gar nicht heraus. Das war dem Pharao sehr verdrießlich. Und als er sah, daß die Israeliten immer so viele hübsche und gesunde Kinder hatten, da dachte er, daß die auch bald groß werden und es dann noch mehr „Fremdlinge" geben würde — und da befahl er ganz einfach, daß Alle ihre neugeborenen Knaben ins Wasser werfen sollten. Denndie Mädchen, dachte er, könnten später mal ägyptische Männer heiraten und so würde es dann gar keine Hebräer mehr geben. Vas war ein schrecklicher Schlag für die armen Eltern. Keiner wollte doch seinen Knaben wie einen kleinen kranken Hund ersäufen lassen, Und doch kamen die ägyptischen Aufseher immer nachschauen und nahmen die Kiemen Jungen einfach weg und warfen sie in den Nil. Darum war in allen israelitischen Häusern große Trauer und Sorge. Der Väter Amram hatte nun zu seinen beiden älteren Kindern Aron und Mirjam noch einen kleinen Knaben dazu bekommen, und der war so schön und sein, daß es ihm und seiner Frau Jochebed das Herz 322