Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 19-20 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nein, nein, tausendfach nein! Und der Mond, der das verderben veranlagen sollte, er hatte sich ja vor kurzem zum Verbündeten seiner Flucht gemacht und war ihm gewogen. Nur hoffen und glauben, nur nicht das Zutrauen verlieren! Und noch war ja nichts, wür gar nichts verloren. Mochte geschehen, was da wollte, das ganze Volk brauchte nicht zu verderben, und sein Stamm, der an der Spitze der Wanderer dahinzog, gewiß nicht. Venn viele mußten das jenseitige Ufer erreicht haben. Ja vielleicht mehr, als er dachte; denn die Lucht war nicht breit, und selbst die Aussätzigen, die letzten des Zuges, waren schon ein gutes Stück auf dem feuchten Sande vorwärts gekommen. Nun blieb er hinter allen zurück, um auf das Nahen der feindlichen Wagen zu lauschen, üm Ufer der Lucht legte er das Ohr an die Erde, und er durfte sich auf die Schärfe seines Gehöres verlassen; denn wie oft hatte er schon in dieser Stellung auf den fernen Tritt verirrter Rinder oder beim Jagen auf das Nahen der Antilopen- und Gazellenrudel gelauscht. Als der, letzte war er der am schwersten Bedrohte; doch was kam auf ihn an? Wie gern hätte er das junge Leben hingegeben, um die anderen zu retten! Seit er den Führerstab in der Hand hielt, war es ihm, als habe er die Pflicht übernommen, über die Seinen zu wachen, und so lauschte er und lauschte, bis er erst ein kaum hörbares Zittern des Lodens und endlich ein leises Dröhnen vernahm. Das war der Feind, das mußten die Wagen des Pharao sein, und wie schnell rissen die stolzen Rosse sie vorwärts! Als habe ihn ein Geißelhieb getroffen, sprang er nun auf und jagte weiter, um die anderen zur Eile zu drängen. Wie drückend schwül war die Luft geworden trotz des rasenden Sturmes, der schon so viele Fackeln verlöscht! Den Mond hielten die Wolken verborgen, doch heller und immer heller glänzte das flackernde Feuer auf der Spitze des hohen Laal Zephonberges. Die Funken, die aus seiner Mitte aufwärts stoben, sprühen und jagten gen Westen; denn der Wind kam von Osten. Raum hatte er dies wahrgenommen, als er auch schon zu den pfannentragenden Rnaben zurückeilte, die den Zug beschlossen, um ihnen in fliegender Hast zu befehlen, die Rupfergefäße neu zu füllen und dafür zu sorgen, daß der Sturm den Hengsten vor den Streitwagen den Oualm entgegentreiben und sie scheu machen oder aufhalten , werde. Rein Mittel schien ihm zu gering, jeder gewonnene Augenblick kostbar, und sobald er sich überzeugt, daß die Rauchwolken aus den Resseln sich 297