Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 19-20 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 292 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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auch, wie Ihr wißt, und nur Moscheh wurde von der Tochter des Pharao gerettet und am königlichen Hofe auferzogen. Eines Tages nun faß der König mit seinem ganzen Hof bei der Tafel, und die Tochter hatte Moscheh, der noch ein kleiner Knabe war, auf dem Zchoß, Da griff Moscheh im Spiel nach der Krone des Pharao und stieß sie ihm vom Haupte. sodaß sie in den Saal rollte. Alle erschraken sehr, und der oberste der Zeichendeuter sprach : „Dies ist ein Zeichen der Götter, Herr. Ist dieser nicht einer von den . Iudenknaben, vor denen Dich her Traum gewarnt hat? Wie er jetzt Dir die Krone vom Haupt gestoßen hat, so wird er einst Dich von Deinem Thron stoßen, wenn Du ihn nicht tötest." Da griff Pharao zum Schwert, die Königstochter aber, die den Knaben liebte, als wäre es ihr eigener Lohn, warf sich vor ihm nieder, „wie kannst Du" - rief sie m:?. - „so törichter Rede glauben? Hat er denn mit Urglist nach Deiner Krone gegriffen? (Er ist ein Kind, wie alle Kinder sind, und greift gern nach glänzenden Dingen, prüfe ihn doch, ob er zu unterscheiden und zu wählen vermag. Zeige ihm einen Edelstein und ein Stückchen glühende Kohle, ist er schon so klug, den Edelstein zu wählen, so magst Du ihn töten,- greift er aber nach der Kohle, so ist er nichts als ein dummes Kind und ihr sollt ihn mir nicht rauben." Damit wären die weisen, Wahrsager und Zeichendeuter einverstanden. Man brachte also vor den König eine silberne Platte, auf der lag ein großer, blitzender Edelstein und ein Stückchen glühender Kohle. „Nimm Dir, was Dir von den beiden Dingen am besten gefällt!" sagte Pharao freundlich zu dem kleinen Moscheh. Moscheh aber sah auf den Edelstein, der im Schein der Sonne glühte und funkelte, als feien alle Farben des Kegenbogens in ihm eingeschlossen. Schon wollte er nach ihm greifen - da rief eine Stimme vom Fimmel, die niemand hörte außer, ihm: „Moscheh, Moscheh - hüte Dich vor Dingen, die da glühen, ohne zu brennen." Da griff Moscheh erschrocken nach der Kohle, aber schon hatte er sich die Finger verbrannt und steckte sie in den Mund, um sie abzukühlen. Tin Körnlein Kohle aber war an ihnen haften geblieben, und so verbrannte er sich auch ein wenig die Zunge. Der König aber meinte, von diesem Kinde könne ihm keine Gefahr kommen und ließ Moscheh an seinem Hofe weiter aufwachsen. Und so konnte er später das Volk retten. wer am Wßach üiefe vier Dinge nicht erwähnt, hat feine Wicht nicht erfüllt: Wßach, Mazzoh unö Moraur: Peßachopfer, üngefäuert Brot und Vitterkraut. 292