Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 18 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 281 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Morgenstunden sind die beste Arbeitszeit, bevor die Lonne zu brennen beginnt. Zn diesen 4 Ltunden wird mehr Arbeit geleistet, als in der ganzen übrigen Arbeitszeit. Allmählich steigt die Lonne immer höher, die ganze Landschaft bekommt einen anderen Ausdruck. Es verschwindet die für die palästinensische Morgen- und Abenddämmerung charakteristische Melancholie. Es ist völlig still ringsum, nur unser Traktor, die Dampfwalze, der die Chaussee stampft, atmet schwer. Aus dem Schornstein steigt Rauch, der Traktor beginnt seine tägliche Arbeit zu verrichten. Auf den seitwärts gelegenen Feldern zeigen sich einige Zellachen; sie beginnen zu ackern. Die Ochsen sind groß und Kräftig, der Pflug aber klein und schwach. Es ist eigentlich nicht mehr als ein spitzer Reil; die Erde wird durch dieses Eisen nur sehr wenig gelockert. Alle Dornen und alles Unkraut bleibt auf dem Felde. Der pflügende Fellache grüßt uns freundlich und beginnt feine melancholische Weise zu summen. (Es ist in Palästina Kaum ein Araber zu finden, der nicht bei seiner Arbeit singt, und diese Lieder sind, wie die palästinensischen Abende, voll Melancholie und Wehmut. Um halb zehn unterbrechen wir die Arbeit und lassen uns an der nächsten Duelle nieder. Ls ist die Zeit des zweiten Frühstücks. Man ißt Drot mit Jam. Lin Esel, der unweit von uns weidet, riecht das Vrot und kommt zu uns, um vom chaluzischen Essen zu genießen. Vas australische Jam scheint ihm sehr gut zu schmecken. Nur eine Viertelstunde ruhen wir, dann geht die Arbeit wieder los. Sie ist aber jetzt weit schwerer. Die Lonne brennt,, der Schweiß rinnt von der Stirn direkt in die schwarze, soeben ausgegrabene Erde. Die Arbeitsgeräte scheinen schwerer, zu sein; doch wird nicht eine Minute verschwendet. Wir arbeiten für uns. wir selbst sind die Unternehmer und freuen uns, wenn die Arbeit ein Stück vorwärts gekommen ist. Um halb eins erscheint der Wagen mit dem Mittagbrot. Wir arbeiten weitab vom Lager und bekommen'das Essen zugeschickt. Chawerim kommen zusammen, um das Mittagmahl zu empfangen. Wir sind ungefähr 30 Mann an dieser Stelle. Wir setzen uns auf die Steine, ein jeder den Napf in der Hand und essen lustig unser Mittagbrot: Suppe, Fleischkonserven und Gemüse. Das Vrot wird nicht zugeteilt, jeder bekommt, soviel er will. Nach dem Esten legt man sich ins Gras zur Nachmittagsruhe. Die meisten beginnen gleich zu schnarchen, andere machen Feuer und kochen Tee. Nach der Arbeit hat man einen solchen Durst, daß man den ganzen ttischon, der nicht weit von der Chaussee fließt, und der unseren Urahnen bei der Schlacht 281