Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 18 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mittlerweile ging -er Tag zu Ende und es begann dunkel zu werden. Da beobachtete BCCü etwas Sonderbares. Ueberall begannen Lichter aufzublinken, unten an den Gleisen und oben irgendwo in der Lust, die aussahen, als hingen sie an unsichtbaren Fäden vom Himmel herunter. Die Lichter am Boden waren fast alle gelb, die oben aber waren grün oder rot, und manchmal standen zwei orangefarbene schräg übereinander. Es sah aus, wie eine lustige Illumination, aber soviel hatte BCCü oom Leben der Eisenbahn doch schon begriffen, daß er wußte, dort gibt nichts Zufälliges und Willkürliches, sondern alles hat seinen Zweck, und bei jedem Ding ist genau bestimmt, wozu es da ist und warum es grade so ist und nicht anders. Er tat darum, was alle gescheiten Leute tun, wenn sie etwas nicht wissen : er fragte.danach. Denn nur die Dummen sind zu stolz, zu fragen. „Var werde ich Ihnen bald erklärt haben," meinte. Omku. „Lehen Sic mal, wenn man irgendwo laufen soll, muß man den Weg sehen können. Im Dunkeln geht sichs schlecht. Nun haben wir von der Eisenbahn es ja leichter als die Meisten Anderen, denn wir laufen auf Schienen. Auch wenn es dunkel ist, können wir uns nicht verlaufen, denn unsere Näder können von den Gleisen nicht fort, und wir wissen ganz genau, die Gleise führen uns genau dahin, wo wir hinsollen. Deshalb brennt auf der freien Strecke auch kein Licht, da darf es gern ganz dunkel sein. Etwas sieht der Lokomotivführer immer, denn die Maschine hat vorne zwei Scheinwerfer, aber die sind mehr dazu da, daß man schon von weitem sehen kann, daß ein 3ug herankommt, als zum Leuchten. Anders aber ist es z. B. hier auf einem Bahnhof, wo die Schienen sich vereinigest und wieder trennen, und wo es zahlreiche Weichen gibt. Da muß der Mann auf der Lokomotive jederzeit erkennen können, ob er auf dem richtigen Gleis ist. Man stellt deshalb an jeder Stelle, wo sich eine Weiche befindet, eine Laterne auf, die mit der Weiche in Verbindung steht. Wird die Weiche gestellt, so bewegt sich auch ganz von selbst die Laterne. Liegt sie so, daß der Zug gradeaus fährt, so zeigt sie dem Lokomotivführer eine kreisrunde Scheibe, führt die Weiche nach rechts, so weist ein Pfeil in diese Richtung, wenn nach links, in die andere. Der Lokomotivführer kann also hnmer erkennen, auf welches Gleis die Weiche führt. Wenn Sie an einer Schiene entlangsehen und achten auf die Weichenlichter, so können sie immer sofort 278