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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 16 (Februar 1921) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 16 (Februar 1921)
Date
1921-02-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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hier nebenan auf dem Schienenpaar vorbei und sehen ihn gar nicht an. - Ja, bei uns Telegraphenstangen ist das etwas ganz anderes. Vir wissen wirklich etwas, viel mehr als der gute Prellbock ahnt. Jeder unserer Drähte erzählt uns etwas, alles erfahren wir, was sich die Menschen durch sie Mitteilen, Hörst du, wie sie raunen und rauschen?" In der Tat, BCCü hörte, wie aus den Drähten unausgesetzt ein feines metallisches Klingen Kam, das bald stärker und bald schwächer wurde. Da erzählten sich die Drähte also etwas. Lr horchte ganz scharf hin, aber er konnte nichts verstehen. Der alte Prellbock schlug eine höhnische Lache an: „Lassen sie sich nicht von den Zrauen betrügen, junger Mann, lassen Sie sich von dieser hochmütigen Dame nicht beschwindeln! Vas sagt sie, die Drähte erzählen, sich was? Ist Schwindel, purer Schwindel! Kann sie ernsthaften Männern doch nicht erzählen. Wissen Sie, was es ist? Der Wind ist es, Verehrtester, der Wind, weiter nichts. Wenn der Wind in die Drähte fährt, klingen sie, sie können gar nicht anders, es ist das so ihre Natur, wie es meine Natur ist, dazustehen, - stumm und dumm, wie gewisse Damen zu sagen belieben. Aber deshalb ist man noch kein Trottel, deshalb kennt man doch , die Naturwissenschaften und ist nicht abergläubisch, wie ein Weib. Wunder gibt es nicht, es ist alles ganz natürlich. Man darf sich nur nicht verblüffen lassen. Wenden Sie sich nur immer an mich, junger Mann, ich bin nicht so schlimm, und ein offenes Wort unter Männern muß sein. Diese Telegraphenstange aber . . . . „G, er ist eifersüchtig", unterbrach ihn die Telegraphenstange spöttisch. „Übrigens hat er Recht, ausnahmsweise einmal, das Klingen und Singen der Drähte kommt wirklich vom Wind. Ich wollte auch gar nicht sagen, daß die Drähte etwas ausplaudern, wenn sie so klingen. Aber wie soll ich vir sonst erklären, welche Bewandtnis es mit ihnen hat? Sie mal, jeder Draht hat zwei Enden, und die sind irgendwo, wo es Menschen gibt, in einem großen Bahnhof oder in einem kleinen Bahnwärterhäuschen, in einem Stellwerk oder in einem Lokomotivenschuppen. Dort gibt es Apparate, an denen kann der Mensch entweder hören, was am andern Ende des Drahtes gesprochen wird, oder er kann dort einen Schreibapparat in Tätigkeit setzen. Die Menschen nennen das telephonieren und telegraphieren.. Wo nur

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