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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 15 (Februar 1921) · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 15 (Februar 1921)
Date
1921-02-01
Page
Seite 238 (sequence 14)
Language
German
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„fjm," antworteten sie zitternd, „dar wissenwir niederen Geister nicht zu sagen. Er ist ein Geheimnis unserer Fürsten Aschmodai, und der hütet er so, daß weder Geist noch Mensch etwas davon erfährt." „Und wo lebt euer Fürst Aschmodai?" fragte Bönig Salomo. „Gr haust auf einem hohen Berge," war die Antwort, „und auf diesem Berge ist ein tiefer Brunnen, der ist stets gefüllt mit köstlichem, klarem und kühlem Wasser. Aschmodai aber hat diesen Brunnen mit einem pflock verschlossen und mit sieben großen Siegeln versiegelt. Denn er durstig geworden ist von seinem Flug durch die unendlichen Bäume der Welt, läßt er sich auf dem Berg nieder, öffnet den Brunnen, trinkt von seinem Wasser, schließt ihn wieder und versiegelt ihn. So treibt er er täglich.. Und niemand wagt er, die Siegel zu verletzen, den Brunnen zu öffnen und von seinem Wasser zu trinken." * ' Als die Schedim dies gesagt hatten, verschwanden sie. 2. wie vrnaja den Geisterfürsten Aschmodai fing. Nun berief Bönig Salomo seinen tapfersten Heerführer, namens venaja, zu sich und übergab ihm folgende Dinge: eine eiserne Bette, in die der Name Gottes eingegraben war, ein Siegel, auf dem ebenfalls der heilige Name stand,. > : i eine große Last wolle und "eine große Anzahl Flaschen voll mit süßem Weine., Vas waren die Waffen, mit denen Venaja den Fürsten Aschmodai besiegen sollte. Nach einer langen Beise von vielen Tagen erreichte der Feldherr endlich den Berg und erstieg ihn unter vielen Mühen. Dann machte er sich schnell ans Werk. Er grub unterhalb des Brunnens einen Graben, .bohrte ein Loch zum Brunnen hin und ließ alles Wasser in den Graben lausen: dann verstopfte er das Loch wieder sorgfältig mit der wolle, die er mitgebracht hatte. Daraus bohrte er oben, dicht neben der Mündung des Brunnens, ein zweites - Loch, goß allen wein, den er in den Flaschen bei sich hatte, durch dieses Loch in den vom Wasser entleerten Brunnen, schaufelte das Loch wieder sorgfältig zu und legte sich dann in einem Versteck auf die Lauer. ' ' . ■ Gegen Abend kehrte Aschmodai von seiner Fahrt durch die Lüfte durstig zurück. Er ließ sich auf den Berg herab, untersuchte die Siegel, fand sie unverletzt und öffnete den Brunnen. Als ihm aber der schwere Duft des Weines daraus entgegenschlug, wuide er mißtrauisch, und er beschloß, nichts davon zu trinken. Indes peinigte ihn der Durst von Stunde zu Stunde mehr, und endlich konnte er sich nicht mehr bezwingen und trank in vollen Zügen.. Der wein aber war der stärkste aus Bönig Salomos Beller, und es währte nicht lange, so war Aschmodai in tiefen Schlaf gefallen. Da warf ihm venaja schnell die Bette über, versiegelte sie mit dem heiligen Siegel und wartete auf das Erwachen Aschmodais. Es dauerte lange, bis der Geisterfürst seinen Kausch ausgeschlafen hatte, dann aber merkte er die fesselnde Bette und stieß ein Zorngebrüll aus, von dem der Berg in seinen Grundfesten erbebte. Aber es half ihm nichts, und er muhte venaja folgen. Unterwegs aber zeigte er noch in Fesseln seine Macht, riß Bäume aus und warf Häuser um. Einmal begegneten sie einem Hochzeitszug, da fing Aschmodai laut an zu weinen. ..warum weinst du?" fragte ihn venaja. 238

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