Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 15 (Februar 1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 236 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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D e r tD u r m $ ch a mir ]. wie König Salomo nach dem Wurm Zchamir verlangte. König Salomo wollte Gott einen Tempel bauen zu Jerusalem, der größer und herrlicher sein sollte als die Tempel aller Götzen in den umliegenden Ländern. Aus mächtigen Quadern sollte er errichtet werden, , und starke Pfosten aus makellosem Zedernholz sollten sein Vach stützen. Und Salomo berief alle Künstler und Kunsthandwerker, aber auch alle Priester seines Reiches, um sich'mit ihnen zu beraten. Als er ihnen nun in seiner Weisheit erzählt hatte, wie er sich den Vau denke, und daß sie nun eilends daran gehen, sollten, ihn auszuführen, da trat der hohepriester vor und sprach also: „Weise hast du geredet, König Salomo, und herrlich wird das Haus Gottes werden, denn du hast es so deutlich geschildert, daß wir vermeinen, es stehe bereits vor uns. Aber in aller deiner Weisheit hast du doch eines vergessen. Willst du nicht den Künstlern und Handwerkern sagen, mit welchem Gerät sie die Duadern spalten und das Holz fällen sollen? Venn wir wissen wohl: keinerlei Eisen darf berühren, was zum Hause Gottes verwendet würden soll, sei es Holz, Stein oder Metall. Denn das Eisen, aus dem die Axt gefertigt, ist das gleiche, aus dem das Schwert geschmiedet, mit dem Mord und Gewalttat geschieht. Gottes Haus aber soll eine Wohnstatt des Friedens sein." Uls König Salomo diese, Worte vernommen hatte, stützte er sein Haupt in beide Hände und sann darüber nach, wie es möglich sei, Holz zu bearbeiten, und Steine zu behauen ahne eisernes Gerät. Über er fand keinerlei Ausweg, va rannen große Tränen aus den Augen des Königs, denn es schmerzte ihn sehr, daß er das Haus Gottes nicht bauen durfte. Da trat aus der Neihe der Priester einer heryor, verneigte sich vor dem König und sprach: . ' . «Ist meinem Herrn, dem König Salomo, nicht bekannt, daß es seit Urbeginn aller Tage ein Wesen gibt, das mächtiger ist als alles Eisen der Welt? Am ersten Tage der Schöpfung, als Gott schied zwischen Finsternis und Licht, schuf er den Wurm Schamir. Es ist ein winziges Tierlein nur, aber wo er sich niederläßt, da spaltet er den Grund, ob es die weichste Erde, das festeste Holz oder der härteste Marmor ist. wenn es meinem Könige gelingt, dieses Wurmes Schamir habhaft zu werden, so wird er das Haus Gottes so stolz und herrlich hauen können, wie er es sich vorgenommen hat, ohne daß die eiserne Schneide einer Axt oder der eiserne Zahn einer Säge dazu gebraucht wird." Als König Salomo diese Worte vernahm, erhob er sein Haupt wieder und sein Antlitz strahlte vor Fteude. „Wo ist dieser Wurm Schamir zu finden?" - rief er. aus - „und wenn er im Mittelpunkte der Erde sich verborgen hielte, ich würde nicht ruhen, dir ich ihn besäße!" Jedoch der Priester wußte es nicht zu sagen, und keiner der andern hatte je etwas von dem Wurme Schamir gehört. König Salomo aber hatte Macht über das Reich der Geister, und was in Gottes Schöpfung war. ob Pflanze, Tier oder totes Ving, konnte ihm nicht oerborgen bleiben. Und so zwang er denn zwei Schedim <Geister, Unholde), vor seinem Antlitz zu erscheinen. und befahl ihnen, ihm den Grt zu verraten, wo der Würm Schamir wohne. 236