Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 14 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Tabak und vier lagerte über seinen Kleidern, seine Fingerspitzen waren vom 3igarettendampf gebeizt. Kein Wunder, daß niemand ihn beschäftigen wollte oder ihm Geld gab, um er zu vertrinken, denn zu etwa» anderem verwendet« er sein Geld nicht. — . ■ viel Armut und Unglück ist in dieses Land gebracht worden durch Leute, die ihre Zeit und ihr Geld im Trünke vergeudet haben. Und ein großer Teil aller verbrechen, aller Krankheit und allen Siechtums kommt ebenfalls nur vom vielen Trinken. > vier und geistige Getränke sind überhaupt nicht nötig, um stark und kräftig zu werden. Ganz im Gegenteil, das Sprichwort hat Uecht, das da sagt: „Starkes Trinken macht schwache Männerl" Er werden jetzt jährlich allein in England lhl Millionen Pfund Sterling für Trinken ausgegeben. Jede englische Familie würde. jährlich 15 Pfund Sterling mehr haben, wenn sie Wasser trinken würde. Und wenn die Männer keinen Tabak rauchten, wären er sogar 22 Pfund. Für jemanden, der trinkt, wäre es einfach unmöglich, ein Scout zu sein. Schlag er vir von Unfang an aus dem Sinn, Du Haft nichts damit zu tun. Wasser, Tee und Kaffee genügen vollständig, um Deinen Durst zu löschen oder Dich für einige Zeit auszurütteln, und wenn es heiß ist, wird Dich Limonade weit mehr erfrischen. Ein richtiger Scout übt sich darin, ohne Flüssigkeit auszukommen. Es ist zum großen Teil eine Gewohnheitrsache. wenn Du den Mund beim Gehen oder Laufen geschlossen hälft, so wirst Du nicht so leicht durstig, als wenn Du den Mund offen, hälft und den trockenen Staub aufschnappst. Es ist oft schwer, starke Getränke zu vermeiden, wenn Du Freunden begegnest, die Dich bewirten wollen. 3m allgemeinen werden sie froh sein, wenn Du sagst, Du magst nichts, denn dann sparen sie ihr Geld, wenn sie aber darauf bestehen, so kannst Du ein Gla» vraunbier trinken oder sonst etwas harmloser. Es ist aber ein dummer vrauch, daß man mit jemandem trinken muß. um zu beweisen, daß er unser Freund ist. Glücklicherweise stirbt diese Unsitte jetzt aus, die besten Männer tun er nicht mehr, weil sie wissen, daß er zu nichts gut ist. Nur Taugenichtse stehen gern schwatzend und sausend am Schenktisch, — gewöhnlich auf Kosten anderer, — aber das find eben Taugenichtse und Du tust gut, ihre Gesellschaft zu meiden, wenn Du vorwärts kommen willst. Während des Krieges war „Freihalten" gesetzlich verholen. Laßt uns hoffen, daß es nie wieder auflebt. von der Zauberkeit. 3n Südafrika verloren wir während des Krieges außerordentlich viele Menschen sowohl durch Krankheit wie durch Verwundungen. Die Japaner hingegen verloren in ihrem Krieg sehr wenig Menschen durch Krankheit und nur eine ganz geringe Zahl der verwundeten. Woran lag das? Zweifellos an verschiedenen Dingen. Unsere Leute achteten nicht so sehr darauf, was für Wasser sie tranken, wie die Japaner und sie aßen mehr Fleisch als diese/ auch hielten sie ihre Kleidung nicht so sauber, denn es war oft schwer, Wasser zu finden. Die Japaner dagegen hielten sich peinlich sauber und badeten jeden Tag. Reinige Deine haut: Du reinigst damit Dein vlut. Die Japaner sagen, daß der halbe Erfolg einer Leibesübung verloren sei, wenn man nicht sofort hinterher ein vad nehmen könne. Nun wird es Dir vielleicht nicht immer möglich sein, täglich zu baden, aber Du kannst Dich jederzeit mit einem nassen Tuch abreiben und Du darfst das auch nicht einen Tag Unterlassen, wenn Du Dich wirklich wohl fühlen willst. 222