Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1921-01-01 · Heft 14 (Januar 1921) · p. Seite 216

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 14 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2276426-2276451-2276464--636-2277210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Vater und ein Weiser zugleich- Kbner, Zahn der Ner, der Gheims Sauls. kriegserfahren und klug: wenn im Kate alle gegen die Meinung Kbners standen, folgte doch der König oft seinem Worte. Auch den jungen Kmüsa traf Joab hier, einen Iudäer, durch die Mutter ihm verwandt. Nur einen sah er nie, von dem. doch jeder sprach: David, seinen Gheim, den vruder seiner Mutter, vordem war er der Liebling der Königs und ging an seiner Seite zum. Kampf und zum Mahl. Kber die Priester senkten Krgwohn in dar Gemüt der Königs gegen den Kuhm Davids. Und eines Tages war Schemuel im Hause Iischair gesehen worden - er selbst sorgte, datz der König es erfuhr - und das Gerücht meldete, dah Schemuel hem David die Krone zutragen wollte, von diesem Tage an ward düster dar Gemüt Sauls, und der Krgwohn wich nicht mehr von ihm. Tr schickte David hinweg in den Negeb, in einen schweren Kampf gegen die vollwerke der Philister. Der Name Davids durfte vor dem König' nicht genannt werden. Und mehr als einmal verhinderte Jonathan finstere Pläne Sauls gegen David, der nichts ahnte. Die Flucht zu David. Und er geschah wenige Monde, nachdem Joab zurückgekehrt war von einem Auge, Sauls gegen die Philister von vor, da eilte ein Lote Iischais aus Bethlehem in sein Gehöft. „Der König stellt David nach. Ein Geist der Schwermut ist über ihn gekommen, daß er glaubt. David trachte ihm nach Thron und Leben. Schon ist König Saul aufgebrochen, um das ganze Haus Davids auszurollen. Kettet Euch, ehe er zu spät ist. Iischai, mein Herr, ist beim König der Moabiter in Mizpe Moab, David haust im Negeb, in der wüste Sif." Kurze Seit zögerte Joab. was war ihm David, sein Gheim? Er wußte von seinen Taten, wie er Goliat den Gitti erschlagen und die Philister in vielen Kämpfen gedemütigt hatte,- aber Joab koncke nur deck ersten Mann in Israel dienen, war es nicht besser, er zog Saul entgegen und sägte ihm: „wer ist David? Joab dein Knecht und das Haus deines Knechtes wollen dir treu dienen wie gestern und ehegestern?" Über sein Herz wandte sich sogleich. Dort stand der kleine Kssahel, ein Knabe von zehn Jahren, und ergötzte sich an dem Kampf zweier Aiegenböcke. wenn Nun Saul in feinem düslern Grickme ihn nicht verschonte? Nicht für sich fürchtete Joab, aber dort stand Kssahel der Schöne, dieser Knabe, den er mehr liebte als sich. Die tote Mutter, sein Schwur in ihrer letzten Stunde, der Vater des Knaben, sie standen vor seinem Kuge - und als. er aussah, war er entschlossen. In einem Kugenblicke entschied seine starke Seele. hart wie Stahl blickten seine Kugen nach Norden. „wehe vir, Saul, König über Israel, Dich habe ich geliebt, Dich mutz ich hassen. Vas Land hast Du befreit, mich aber vertreibst Du von der Heimat, machst mich zuck Kusgestotzenen und Geächteten. Dem Stärksten wollte ich dienen, nun bist Du Stärkster wein Feind. So werde ich nicht ruhen, bis Du dahinsinkst, denn Joab ist nach vir der Gröhte im Lande." Und Joab übergab sein Erbe den Nettesten des Stammes, und noch am selben Tage zog er mit seinen vrüdern und dem Voten Iischais nach DsteN. Gefahrvoll und beschwerlich war der eilige 3ug wie in Feindesland. Wenn die Maultiere mühsack die steilen Verapfade erklommen, dann nahm er auch selbst den Knaben auf seine starken Schultern. Die ganze Nacht trug er ihn so, und festgebünden hing das Kind schlafend auf seinem Kücken. Kls die Morgenröte aufstieg, sahen sie in der Ferne das Tal des Iarden und die blauen verge der jenseitigen Ufers. In 216

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.