Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 14 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mittel von gewaltigem Umfang erfordert da» Werk. Sic zu schaffen ist der Ueren hajessod, der Palästina-Grundfonds, gegründet und konstituiert worden. £& ist ein großer und zygleich tragischer Augenblick, in dem der Neren hajessod sein Werk eröffnet, oie Mächte haben die historische Verbindung de» jüdischen Volkes mit Palästina anerkannt. Großbritannien hat da» Mandat über Palästina übernommen. Pie Regierung Palästina» ist einem Staatsmann übertragen, der als der Chef der Verwaltung eine sichere Bürgschaft für den guten willen Großbritanniens ist. Zur selben Zeitaber sind im GstenjLuropas zwei vrittteile de» jüdischen Volke» von unerträglichen (Dualen heimgesucht. Ausgeplündert, ausgeraubt, vertrieben von heim und Herd, hingeschlachtet ohne Gnade und Barmherzigkeit, preisgegeben Ausbrüchen ungezügelter Wildheit, wie sie Europa feit Jahrhunderten nicht erlebt hat, werden ganz« Gemeinden unbarmherzig ausgerottet. Eine äußerste Anstrengung ist e». zu der da» gesamte Judentum aufgerufen wird. Auf den Beweis des Vertrauens und des guten Willens, den die Botschaft von San Nemo bedeutet, nicht minder wie auf die Ausbrüche ungezüngelten Hasses, der im Gsten. Europas entflammt ist, gibt es für die Juden aller Länder und aller Klaffen nur die eine gleiche Antwort: Saut das jüdische tzeimlanaufl ,, Vas Ziel der Km» hajessod ist eine unverzüglich einsetzende, stets gesteigerte Einwanderung unserer jüdischen Massen nach Palästina und ihre systematische Ansiedlung ai», gesunder wirtschaftlicher Grundlage, zum Segen der Juden und zum wohle der nichtjüdischen Bevölkerung des ganzen Landes. Dieses Werk kann getan werden. Palästina hat Raum für Millionen. Tausende und Abertausende stehen an den pfdrten. Gebt uns die Mittel, ihnen die Möglichkeiten produktiver Arbeit zu schaffen, und sie werden ins Land strömen. Immigration und Kolonisation - das bedeutet Erwerb und Bereitung des Bodens, Vau von Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Brücken, Aufforstung der Hügel und Dünen, Trockenlegung von Sümpfen. Bewässerung von Boden und Nutzung von Wasserkraft, Städtebau, Entwicklung von Industrie, Gewerbe und Handel, und Hand in Hand mit diesen Unternehmungen, angemessene Vorsorge für soziale Wohlfahrt, öffentliche Gesundheitspflege und vor allem für Erziehung und.kulturellen Fortschritt. Alle diese Arbeiten umfaßt der Plan der lieren hajessod. Die Zeit in die unsere Generation gestellt ist, ist außergewöhnlicher Art. Nach-zwanzig Jahrhunderten hat die sehnsüchtig erwartete Schicksalsstunde geschlagen. Sie wird nicht ein zweiter Mal wiederkehren für uns und für unsere Uindeskinder! Darum ist er nicht die jüdisch« Philanthropie, der unser Aufruf gilt. Vieser Aufruf bedeutet den Beginn einer geeinten Anstrengung, um den der Ehre des jüdischen Namens würdigen Widerhall in Israel, im gesamten jüdischen Volk, wach zu rufen. Nicht auf Almosen, nicht auf barmherzige Spenden gehen wir au». Die außergewöhnliche Leistung, die von uns heute verlangt wird, muß die Form einer Steuer annehmen - einer schweren, fortgesetzten, systematischen Selbstbesteuerung nach dem Vorbild der edlen jüdischen Ueberlieferung des Maaßer. Diese Ueberlieferung haben wir wieder und fortan zu Ehren zu bringen. Wir habennicht di« Gewalt einer Staate». Unser Aufruf wendet sich an das jüdische Gewissen und keine Einziehungsgewalt steht hinter ihm. Aber kein Jude, der seines Namens und seines Stammes würdig fein will, wird sich in diesem feierlichen Augenblick einer unerhörten Verantwortlichkeit hinter der Machtlosigkeit seines Volkes verschanzen. Palästinas Pforten sind nicht mehr von innen verriegelt, wenn da» Tor geschlossen bliebe - so wißt, daß Ihr es wäret, die er verschlossen halten. Nur die Selbstaufopferung von ganz Israel kan» diese Pforten erschließen und sie weit öffnen für unsere Massen, die der Stunde der Erlösung harren.