Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 13 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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reitet sicher vom Bergt Sefam, wo die Schätze des Ittorgenianbes verborgen sind, um einen Glühwurm einzufangen und zu den Schätze»? zu bringe»». Ein iunger, hübscher Rrabermädchen bringt uns immer Guellwasser. Sie geht in der malerischen Tracht ihres Volker, einem schwarzen gestickten Kleib mit langen, offenen flermeln und einem bunten Tuch als Gürtel geschlungen. Sie trägt die tönernen Krüge auf dem Kopf, ohne sie auch nur mit einer Hand ZU halten und wiegf sich zu einem gesummten Liedchen hin und her. Sie tritt ohne auch nur zu fragen, ins Zimmer, stellt die Krüge auf die Erde und stellt sich vor den Spiegel. Eine Veile blickt sie in den Spiegel hinein, , macht verschiedene Bewegungen, zeigt die weißen Zähne und sagt traurig: „Zarifi loh k'wais," d. h. „Aorist ist nicht schön!" Zarist ist wie ein kleiner Kind, sie liebt die Spielsachen der Kinder, sie /hat viele klinge mit bunten Steinen. Mich hat sie besonders lieb und gab mir einmal einen ihrer Ringe. Doch als ich mit dem Ring fortgehen wollte, verlangte sie von mir drei Piaster dafür. Einmal aber machte sie uns eine Ueberraschung. Sie tanzte uns einen sehr schönen wilden, rhythmischen Tanz vor, in dem sie selbst ein Liedchen dazu summte. Vir steigen die Stufen zum Beth ha mikdasch empor. Dar ist der Platz, wo früher der Tempel Salomos stand und wo die herrliche Gmarmoschee erbaut ist, der Tempel der Mohammedaner. Der Platz ist riesengroß und von vier Seiten führen Stiegenund Säulentore zuihmempor.—EListwiederdieMärchenstunde, nämlich vor Sonnenuntergang. Au dieser Zeit hat aller in Erez Israel und besonders in Jerusalem einen farbenprächtigen, geheimnisvollen Anstrich. Die Gmarmoschee hebt sich scharf vom tiefblauen Himmel ab, im Hintergrund liegt der grüne Gelberg und dort glitzern die Zensier der Kirche von Gethsemaneh. vor dem Eingang der Gmar-, moschee lehnt ein Verwisch und in seinem langen Hemd und weißen Turban erinnert er an Kalis Storch. Wir kommen zum Tor. Ein verwisch kommt und schnallt uns über unsere Schuhe große, nach oben zugespitzte Stiefel an. denn nur in diesen ist es gestattet, das Heiligtum der Moschee zu betreten. Die Moschee ist rund geballt, riesengroß und geheimnisvoll still. Der Boden und auch die Wände sind Mit den Herrlichsten Teppichen des Grients bedeckt und man hört keinen Schritt. Wir gehen wie auf Wolken und sehen uns die herrlichen, bunten zusammengesetzten Fensterscheiben an, von denen eine jede ein Kunstwerk für sich ist. va steigen wir Stiegen hinauf und kommen zu einem Geländer, dar sich um einen runden, großen Felsen im Kreise schließt. Und dieser Felsen ist dar eigentliche Heiligtum, und um diesen natürlichen Rltar ist der ganze Bau erbaut worden. Und wißt Ihr, war dür für ein Felsen ist? Er ist der Gipfel der Berger Moriah und der Grt, aus welchem Rbraham seinen Sohn Iizchak unserem Gotte opfern sollte. Und plötzlich sehe ich im Dunkeln der Moschee auf dem schwarzen, feuchten Felsen einen Knaben liegen mit schmerzlichen, großen Rügen. Sein Gesicht ist schmal und blaß und er blickt zu einem Messer, dar über seinem Kopfe blitzt. Er ist Iizchak, der Geopferte. ■ wir werden aus dem Dunkel der Moschee heraurgeführt, die Schuhe werden uns abghchnallt und nun treten wir ins Freie. Ueber dem Platz liegt schon Dämmerung, der Westhimmel ist orangaelb und wir gehen durch die Bogengänge der via Dolorosa' Straße nach Hause. In den engen Gassen ist er schon dunkel. Die gelben Laternen sind angezündet und werfen licht und Schatten. Da erschrecke ich. wir biegen in 207