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Bar Kochba · 1921-01-01 · Heft 13 (Januar 1921) · p. Seite 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 13 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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nerloreu hat, auf her andern Seite der Sront, llnd der grade jetzt denselben Stern betrachtet mtö dabei dieselben Gedanken denkt. lUeun wir beide gras; sein werden, wird es keinen -Krieg mehr geben, wir werden uns vielleicht einmal begegnen, und ich werde dann vielleicht zu ihm sagen, oder er zu mir: „3u der und der Nacht im Sommer 1(Hf> betrachtete ich einen Stern, der die Form eines.Kreuzes hatte, rechts vom.graften Bären, weiht Du, und ich dachte an meinen Döter, an den Krieg, an jemanden, der dieselben Dinge dachte wie ich und der andre wird sagen: „Ja, das war ich!" . ..Wladimir, schläfst Du nicht?" fragte 6wrard, indem er sich im Bett aufsetzte. „Nein, ich denke nach." „Ueber den Krieg?" . „Ja, und auch darüber, was nach dem Kriege sein wird, später, wenn die Deutschen nicht mehr unsere Feinde sein werden..." ..was meinst Du damit? Die Deutschen werden dach immer unsre Feinde sein, i m m e r!" (Bcrarö hat jo laut gesprochen, das; Didier davon erwacht. Er hört Wladimir, der ganz leise sagt: „Nein, Görard. höre* doch: wenn man einmal Friede geschlossen hat und sich dann bemühte, alles zu vergessen, und zueinander vertrauen zu haben...." „vertrauen?" sswrard entrüstet sich immer mehr, „vertrauen zu. den Deutschen? Daran ist gar nicht zu denken! vergessen, was sie uns angetan haben? - Niemals!" „(D nein, niemals!" wiederholt wie ein Echo Didier, der ganz wach geworden ist. „Nlso. . . also Du glaubst, daß der Friede unmöglich ist?" ° Wladimirs Stimme zittert. „Unmöglich ~ nein. Man wird Frieden machen und aufhören, aufeinander zu schießen. Aber man wird weder vergessen, noch verzeihen, noch vertrauen zueinander haben. Wladimir schweigt. „Schläfst Du, Wladimir?" „Nein. Aber wenn man so Frieden schließt, wie Du meinst, wenn man weiter in Feindschaft lebt, ja, dann wird ja der Krieg auch wieder einmal beginnen, dann werden ja niemals alle Mensches, Bruder sein:" „Niemals" entgegnet Gvrard „niemals werden wir die Brüder der Deutschen sein!" „wir danken beftens dafür!" meint Didier. „Uber deshalb braucht der Krieg nicht wieder anzufangen, die Deutschen haben genügend erfahren, was ihnen bevorsteht, wenn sie andere angreifen. Sie sollen zu bauje bleiben. Jeden, sein Vaterland!" „Sein Vaterland, ja, sein Vaterland..." Wladimir scheint zu träumen, die :lugeii unverwandt auf feinen Stern gerichtet. „Vaterland . . . was ist das? Warum muß inan fein Vaterland mehr lieben als die übrige Welt? Sch bin in Nußland geboren, dort ist mein Vaterland, und doch liebe ich Frankreich mehr als mein Vaterland. Und auch Unne-Marie liebt Frankreich mehr als Deutschland, muß sie -nun' immer in Deutschland leben, weil dort ihr Vaterland ist?" ckorard ist aus dem Bett gestiegen und geht mit seinen langen, nackten Beinen im .Ummer umher, plötzlich bleibt er stehn: 196

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