Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 17 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 270 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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fest geregelt, daß er ihnen nicht erlaubt ist, von dem für die Schnitter bestimmten Wasser zu trinken, Ruch hierin genießt Ruth ein« Vergünstigung. . Nach beendigter Ernte wird er äuf der Tenne lebendig, die meist in der Nähe der Dorfes gelegen, im Gebirge gewöhnlich eine große, sauber gefegte Felsplatt« ist, in der Ebene aus festgestampftem Erdboden besteht. Sie ist Eigentum der ganzen Dorfgemeindeein jeder wählt sich dort seinen Platz, häuft seinen Ernteertrag nach Fruchtgattungen gesondert auf und drischt ihn nach und nach aus. Ungünstige Witterung, wie Regen oder bergt, ist nicht zu befürchten, auch werden Halme und Körner durch die heiße Sonne leichter zerbrechlich, bzw. trocken und fest. .Daher ist er sogar vorteilhaft, sich mit der vrescharbeit nicht zu beeilen. Er kommt vor, daß sie sich über einen Zeitraum von fast vier Monaten hinzieht, während welcher der Fellach auf der Tenne bei seinem Vorrat wohnt und schläft. Zn einem Punkte entsagt er hier seiner sonstigen Sorglosigkeit: er ist mit Feuer außerordentlich vorsichtig, so daß Vorräte aus der Tenne selten verbrennen. Dar Vreschen wird heutzutage fast genau in der selben weise wie zur biblischen Zeit ausgeführt, indem man Dchfen oder auch Esel, zu zweien oder dreien zusammen- - gekoppelt, einige Stunden lang im Kreise über das ausgebreitete Getreide hingehen läßt. Dieses wird mehrmals mit einer hölzernen Gabel gewendet und das Treten so lange fortgesetzt, bis das Stroh in weichen, ganz und gar zerspaltenen häksel verwandelt ist. Var Maul der Tiere zu verbinden, gilt auch heute für unrecht. Rußer den Tieren bedient man sich noch des sog.vreschschlittens, eines dicken schweren vrettes, in welches kleine Vasaltsteine eingekeilt sind, und auf dar sich der Fellach gewöhnlich noch stellt, während es von einem Zugtier über die Gerste oder den Weizen gezogen wird. Ruf solche weise wird das Stroh schneller zu häksel gerissen als bei dem bloßen Zertreten durch die. Hufe der Tiere. Sesam und Kümmel wekden mit einem Stock äusgeklopft. Ist alles Getreide genügend ausgetreten und das Stroh genügend zerkleinert, so beginnt die Arbeit des worfelns. Mit einer hölzernen dreizackigen Gabel wirft der Fellach das auf der Tenne Liegende in die höhe; meist am Spätnachmittag, wenn ein lebhafter wind herrscht. Windstille oder gar ein zu starker Wind sind ungeeignet. Jetzt fallen die Körner fast senkrecht herunter,die Spreu wird in einige Entfernung geweht! die leichtere in größere, die schwerere, wie wurzeln, Knoten oder dergl, in geringere. Rllmählich bilden sich einige Haufen, während der ganz seine Staub vom winde fortgetragen wird. Nunmehr werden die Körner gesiebt und heimgebracht, teils in die Kornbehälter des Hauses, teils in dazu geeignete nahegelegene Zisternen! hier und da werden sie auch in Kornspeichern oder sonstwie aufbewahrt. Die leichtere Spreu oder der häksel wird ebenfalls sorgfältig gesammelt und in einer höhle oder dergl. ' untergebracht. Er. bildet, mit Gerste gemischt, wie auch ohne solche, die Nahrung für das Vieh in der regenlosen Zeit. Die oben erwähnten; härteren Bestandteile der Spreu, welche das Vieh nicht als Futter annimmt, werden, entweder mit Lehm vermischt, zu baulichen Reparaturen am Hause benutzt, oder sie dienen als Feuerungsmaterial, sei es im Hause der Fellachen oder in irgend einem industriellen Retriebe, besonders in den tvefen des Töpfers, vis-' weilen zündet man aber auch den letzten Rest davon aus der Tenne an und läßt ihn verbrennen. Diese Schilderung wurde dem vorzüglichen kleinen Ruche „Volksleben iin Lande der Bibel" entnommen, das Prof M. Löhr für die Sammlung „Wissenschaft und Bitdüng" der Verlages Duelle & Meyer in Leipzig geschrieben hat und das ich allen Rar Kochba-Lesern warm empfehle.