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Bar Kochba · 1920-11-01 · Heft 9-10 (November 1920) · p. Seite 146

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 9-10 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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Macs Herz war beklommen. Gerade da, wo die Kohle winselte und schrie, übergab ihn der Vater den geschwärzten Männern und ging davon. Da sah Mar zu. seinem Erstaunen einen Vach von Kohle, Auf einem meterbreiten langen Bande liefen »naufhärlich Kohlenstücke dahin, um endlich durch ein Loch im Bodenwie ein endloser schwarzer Wasserfall in Eisenbahnwaggons hinabzustürzen. 3u beiden Seiten, dieses Landes aber standen geschwärzte Knaben, Knirpse wie Mar, und griffen hastig in den Kohlenitrom hinein und suchten bestimmte Brocken heraus, die sie in eiserne Karren warfen. Ein Zunge schrie ihm ins Ehr, er solle Zusehen. Vieser Knirps hatte ein geschwärztes Gesicht und erst nach einer Veile erkannte ihn Mac an seiner Hasenscharte. Es war ein Junge aus der nächsten Nachbarschaft, mit dem er noch gestern eine Schlägerei gehabt hatte, weil er ihm seinen Spottnamen „Hase" nachrief. „Vir suchen die Berge heraus, Mac", schrie der „Hase" mit gellender Stimme in Mars Ohr, „wir dürfen die Steine nicht mitverkaufen." Am nächsten Tage schon sah Mac so gut wie die Andern, was Kohle war und was Stein war, am Bruch, .am Glanz, - an der Gestalt. Und acht Tage später war es ihm, als sei er seit Jahren in dieser schwarzen Halle voller Lärm und Kohle gewesen. lieber den ewig gleitenden Kohlenbach gebeugt, mit den schwarzen Händen nach den „vergen" fahrend, so stand Mac zwei volle Jahre, jeden Tag, an einem bestimmten Platze, der fünfte von oben. Tausende von Tonnen Kohlen glitten durch seine kleinen raschen Hände. Jeden Sonnabend holte er seinen Lohn, den er bis auf ein kleines Taschengeld abgeben mußte. :. _3n seinem zehnten Jahre bekam Mac von seinem Vater einen dicken Anzug aus gelbem Tuch, eine wollene Halsbinde und an diesem Tage fuhr er zum ersten Mal ein, dahin, wo die Kohle herkam. , Die eisernen Schranken klirrten, die Glocke schlug an, der Korb stürzte ab. 3u- - erst langsam und dann rasend rasch, so schnell, daß- Mac glaubte, der Boden, auf dem er stehe, breche, durch. Es wurde ihm einen Augenblick schwarz vor den Augen, der Magen schnürte sich zusammen, dann aber hatte er sich zurechtgefunden. Mit einem gellende» Lärm sauste der eiserne Korb 800 Meter tief hinab. Es klirrte und krachte, als spränge er in Stücke. Die triefende Bretterverschalung des Schachtes flog im Schein ihrer Grubenlampen an den offenen Türen des Korbes in die Höhe. plötzlich Hielt der Korb und sie waren auf Sohle 8, und es war auf einmal ganz still. Ein paar bis zur Unkenntlichkeit geschwärzte, halbnackte Gestalten empfingen sie. „Du bringst uns deinen Jungen, Allan?" - - ..3a." V Mac befand sich in einem heißen Tunnel, der, beim Schacht schwach erleuchtet, sich schnell in Finsternis verlor. Nach einer Veile schimmerte in der Ferne eine Lampe, ein Schimmel erschien. Jan, der Pserdejunge, den Mac schon lange kannte, an der Seite, und hinterher rasselten zwanzig eiserne Hunde (Grubenkarren) voller Kohle. Jag grinste, „halloh, da ist er ja!" schrie er. ' Diesem Jag wurde Mac bei.gegeben und einen ganzen Monat lang stapste er wie ein Schatten an Japs Seite, bis er angelernt war/ Dann verschwand Jag und Mac besorgte die Arbeit allein. Er war auf Sohle 8 zu Hause und dachte gar nicht daran, daß ein Junge von zehn Jahren auch noch etwas anderes sein könnte, als ein pferdejunge. Anfangs Hatte ihn die Finsternis und mehr noch die unheimliche Stille hier unten bedrückt. Nur 146

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