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Bar Kochba · 1920-11-01 · Heft 9-10 (November 1920) · p. Seite 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 9-10 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 145 (sequence 17)
Language
German
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t m a c d e r K o h l e n junge Von V e r n h ard ei! erm a n n. Er war in den westlichen Kohlenbezirken Amerikas geboren, und der erste Eindruck, der in seinem Gedächtnis haften blieb, war Feuer. Dieses Feuer stand nachts an verschiedenen Stellen am Himmel, wie feurige Köpfe auf dicken Leibern, die ihn schrecken wollten. Es kam aus Gefen gegenüber heraus in Gestalt von glühenden Gebirgen, auf die glühende Männer von allen Seiten Wasserstrahlen richteten, bis alles in einer großen weihen vampfwolke verschwand. In seinem achten Lebensjahre bekam Mac von seinem Vater eine graue Kappe und große Stiefel, die sein Bruder Fred getragen hatte. Die Stiefel waren so weit, daß Mac sie mit einem einzigen Schlenkern des Fußes in die nächste Stubenecke defördern konnte. Der Vater nahm ihn bei der Hand und führte ihn nach „Uncle Tom", der Kohlengrube. Vieser Tag machte aus Mac einen unauslöschlichen Eindruck. Uncle Tom war mitten im Betrieb. Die Luft bebte von Geschrei, Pfeifen, Kärrchen sausten durch die Luft, Eisenbahnwaggons rollten, alles bewegte sich, hoch oben aber schwirrte die Fürderscheibe, hinter den Koksöfen stiegen Feuerbrünste und weiße Bauchwolken empor, Nuß und Kohlenstaub sank vom Himmel herab, es surrte und zischte in mannsdicken Böhren, aus den Kühlanlagen stürzten Wasserfälle, und aus dem dicken, hohen Fabrikschlot quoll unaufhörlich pechschwarzer Gualm zum Himmel empor. _^Ze^näher^sie-^aber^den mßigen Backsteingebäuden mieden geplatzleN-Fensterscheiben kamen, desto lauter und wilder wurde das Getöse. Es schrie in der Luft, die Erde zitterte. „was schreit so, Vater?" fragte Mac. „Die Kohle schreit." Nie hatte Mac gedacht, daß die Kohle schreien könne. Der Vater stieg die Treppe eines großen, bebenden Hauses empor, dessen wände Bisse zeigten, und öffnete die hohe Tür ein wenig. «Tag, Iosiah. ich will dem Jungen Deine Maschine zeigen", rief er hinein, und dann wandte er sich um und spuckte auf die Treppe. „Komm, Mac." Mac lugte in den großen, reinlichen, mit Fließen belegten Saal. Der Man» namens Josiah wandte ihnen den Bücken zu. Er saß in einem bequemen Stuhl, hatte die Hände an blanken Hebeln und starrte regungslös auf eine Biesentrommel im Hintergründe des Saales. Ein Glockensignal ertönte. Da bewegte Iosiah einen Hebel und die großen Maschinen rechts und links begannen ihre Schenkel zu schwingen. Die Trommel, die Mac haushoch vorkam, lief immer rasender- und um sie herum sauste ein schwarzes, armdickes Seil. " „Der Korb geht nach Sohle f>" erklärte der Vater. „Er fällt rascher als ein Stein. Er wird von der Maschine hinabgerissen." Mac war ganz wirr im Kopf. An einer weißen Stange vor der Trommel stiegen Pfeile auf und ab. und als die Pfeile in nächster Bähe waren, bewegte Josiah wieder einen Hebel und die sausende Trommel wurde langsamer und stand still. Mac halte niemals etwas so Gewaltiges gesehen, wie diese Fördermaschine. „Danke. Iosiah", sagte der Vater. Aber Iosiah wandte sich nicht um. Sie kamen nun in. eine große hall«. Die Halle war riesig, dunkel, voller Kohlenstaub und rasselnder eiserner Karren. 145

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