Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 79 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3n der festlich geschmückten Synagoge haben sich lange vor der Zeit die geladenen Käste versammelt. Unter einem schönen, blumengeschmückten Baldachin wartet ein prächtiger Lehnstuhl auf den hohen Gast. Sämtliche Schichten der jüdischen Bevölkerung Jerusalems sind vertreten, und er ist vielleicht das erste Mal, daß sich Vertreter sämtlicher jüdischer Genieinden in einer Synagoge zu gemeinsamem Gebete zusammenfanden: die vornehmsten der Rschkenasim, der Thachambaschi**) und die angesehensten sefardischen Thachamim, jemenitische, bucharische, marokkanische Rabbiner. Endloses Hedad-Rufen und veifallklatschen verkündet die Rnkunft Herbert Samuels. Ülle Gäste erheben sich und er tritt ein, in Begleitung des Zivilgouverneurs und einiger Gffiziere. Der Kantor leitet mit angenehmer Stimme den Gottesdienst und dann beginnt Rabbiner Kuck die Festpredigt. Er spricht hebräisch. Seine Stimme ist von Rührung durchzittert, und wie er .sich und das Volk zu diesem einzigen, wunderbaren Schabbath Rachamu beglückwünscht. Einer der vornehmsten Rabbiner nach dem andern wird “) Olbmabincr. ■■; zur Thora gerufen und dann erklingt der' Ruf: „Naßienu Rabbi Elieser den IRenachem!" Mit ° festen Schritten schreitet Herbert Samuel empor. Mit leiser Stimme sagt die Brachah und dann erklingt aus seinem Munde: „Nachamu, nachamü ami!^ Wir aber versinken in tiefes Sinnen, und wie im Traum ziehen Erinnerungen an uns vorüber, Kaum vier Monate find es, wo in den Gassen, die heute in festlichem Schmucke prangen, jüdisches Blut floh und wo heute fröhlicher Gesang ertönt, dort klang das Rechzen und Stöhnen der verwundeten. Und heute sind wir frohe, lebendige Zeugen' des ' großen Ereignisses der Erfüllung in unserem Lande und in unserer heiligen. Stadt Jerusalem. Eine neue Morgensonne der Freiheit leuchtet über uns, Der Gotterdienjh welcher über drei Stunden gedauert hat, geht zu Ende und wieder schreitet Herbert Samuel durch das Ehrenspalier der Makkäbim und ZofiM, begleitet vom endlosen Jubel der Tausende, die in ihm den ersten jüdischen Regenten begrüßen, der nach mehr als 2000 Jahren in Jerufchalajim regiert. . (Ein IMlbööm jüdiI che n $ p o r I f e jt -'A* 79