Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Meine § ch ätz e Don lt d » >r ii ltj a f g u I i < s . kl u erb ci dj. ,3n meinem Zimmer habe ich viele hübsche Sachen. Lauter' alte Möbel aus Großmutters besten, gelbes Holz und grüne Polster. Vas liebste. Stück ist mir aber meine gelbe Seroante das ist ein Schrank mit Glasscheiben, in dem habe ich meine besten Schätze aufbewahr». Laßt mich erzählen, warum ich den alten Kasten und seinen Inhalt so gern mag. 3m obersten Zach sind eine Menge lieber kleiner Sachen ausgestellt. Gleich wenn ihr hereinschaut, fallt euch ein hübsches Kästchen auf, das aus einem feinen gelben Holz gemacht ist. Vas ist meine Lsrogvose; jeder Jahr zu Sukkolh bekommt sie vesuch, einen schönen wohlriechenden (Esrog, und wenn Sukkolh vorbei ist, der tulaw für; nächste Jahr eingepackt ist, dann holt man noch einmal den Esrog heraus. Ich nehme dann recht viele Gewürznelken, wie eure Mutter sie sicher auch in der Küche hat und bestecke den Esrog so ganz und ■ gar damit, daß man von seiner gelben Schale gar nichts mehr sieht. 3m taufe der Jahres schrumpft er dann so ein, daß er aursieht, als ob die Nelken seine Schale wären, und das riecht so herrlich, daß meine ganze Servante davon voll ist. Man spürt gleich, datz ein solcher Geruch nicht aus dem kalten Nordland kommt. (P »ein, der Esrog wächst in heißer, sengender Sonne, im alten Lande der Juden, in Erez Israel, und immer wenn ich einen frischen in die Hand nehme, dann denke ich, es bringt mir Grütze von dort . . . . Man nennt ihn häufig den Paradiesapfel, und eine Sage erzählt, dies sei der Apfel gewesen, den die Eva dem tldam im Paradiese gegeben habe, lim unteren Teil des Esrog sind gewöhnlich etwa» Höckerige Stellen; von denen sagt man, das sei Evas IZitz. das Zeichen ihrer. Zähne, wie sie in den verbotenen Kpfel Hineinbitz, Kber ich rate euch macht es ja nicht wie Eva! Venn der Esrog ist schrecklich bitter. Macht ihn lieber so zurecht wie ich es tue; das gibt dann ein feines v'somim-vüchsel. Ihr wißt doch, was das ist. Sicher haben die meisten von euch.eines zu Hause, wenn es auch anders ausschaut. Km Zchabhos Übend) wenn drei Sterne am Himmel stehen, dann spricht der Vater immer einen Segensspruch, daß die neue Woche eine gute und glückliche werden möge. Und zum Zeichen, datz man nun alle Arbeiten tun darf, zündet er eine Kerze an (dies ist die hawdalah-Kerze, die immer , das jüngste Kind halten muß!) und um sich zu erfreuen, riecht der Vater an dem v'somim-vüchsel. Wer keinen so schönen Esrog hat wie g>ir, der benützt gewöhnlich ein silbernes durchlöchertes vüchsel, das mit wohlriechenden Gewürzen gefüllt ist. Ich habe auch ein solches, aber das ist auch ewas besonderes: Es ist aus Silberfiligran und würde in Jerusalem gemacht, in der Vezalel-Schule. Vas ist eine Schule für ganz künstliche Arbeiten, und ihren Namen hat sie nach dem biblischen vezalel, der als erster im Volke Israel kunstvolle Geräte und Gewebe anfertigte. Aus der Vezalel-Schule habe ich noch mehrere feine Sachen in meinem Kasten. Ich möchte - sie euch gern zeigen. Nutzer einem bunten Teppich und schönen, ganz zarten Spitzendeckchen, die dort von fleißigen Mädchen angesertigt werden, besitze ich eine wunderschöne Menorah, auf deren Entzünden ich mich immer sehr freue. Ihr habt wohl selbst alle eine Menorah zu Hause und wißt, wie sie gewöhnlich ausschaut: auf einem Gestell sind acht Arme in einer Keihe und einer davon für das vienerlicht Über meine Menorah ist ganz anders: sie hängt von einem Wandarm aus Messing herab an drei Ketten, die 62