Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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und wenn es springt, eine Katze, wenn sie in der Gfenecke sitzt und wenn sie Klettert. Achtet darauf, wie schön alle „wilden" Tiere sind. Darum: übt Türen Körper, wo immer Ihr könnt. Drei Dinge zum mindesten sollte jeder von Tuch treiben : Turne n, 5 ch w i m m e n, wand e r n! Für uns Juden aber bedeutet Turnen und Sport noch viel mehr. Alle andern Stadtbewohner kommen irgendwie vom Lande her^ Der Großvater hat vielleicht schon in der großen Stadt gelebt, der Urgroßvater aber war sicher noch Dauer oder Uckerbürger. Die gesunde Kraft einer Dauernfamilie geht nicht so schnell verloren. Unsere Väter aber haben im Ghetto gelebt, wo es kein Daumgrün und keinen wehenden Wind gab, kaum Licht und Luft, so daß keine kräftigen und gesunden Menschen aufwachsen konnten. Ist Tuch nicht schon aufgefallen, wieviel Brillenträger es bei uns gibt, wie viele, die an Kopfschmerzen und Rheumatismus leiden? wir müssen a u s - lüften unter uns, dürfen nicht in unfern Stuben wie im Ghetto leben. . wenn wir wirklich auf unser Judentum stolz sein wollen, müssen wir gesunde, Kräftige, schöne Menschen werden. Darum gehören wir auf den Turnboden und auf den Sportplatz, auf die Wanderfahrt und ins Schwimmbad, ins Boot und auf die Eisbahn! Und wenn jemand von Tuch gar das Glück hat, ein Pferd zwischen die Schenkel zu bekommen, so ist das gewiß Herrlich! Turnen, Sport und Wandern sind Dinge, die nur Menschen miteinander treiben können, die irgendwie zueinander gehören. Turnen und Sport verlangen Leistungen, die aneinander gemessen sein wollen. Der Sieger im 100 m-Laüf siegt für seinen, ganzen Verein. Das Boot, das als erstes durchs Ziel geht, ist der Stolz der gesamten Mannschaft. Wenn auf dem Fußball-Rasen Nürnberg gegen Berlin spielt, ist das ein Ereignis für a l l e Fußballspieler in beiden Städten. Wenn wir Juden Sport treiben, dann wollen wir es, wenn irgend möglich, in jüdischen Vereinen tun. Nicht nur, weil die andern uns UUsichließen! Ts gibt genug Vereine, die das nicht tun, und wer von Tuch an einem Grt lebt, wo es keinen jüdischen Turn- oder Sportverein gibt, der gehe unter allen Umständen in einen nichtjüdischen. Insbesondere die Arbeiter-Turnvereine sind vom Antisemitismus frei. Uber wo es einen jüdischen Verein gibt, in dem geturnt, gewandert oder Sport getrieben wird, gehört Ihr hinein. Einmal, weil nur diese Vereine Tuch die Möglichkeit geben, jüdische Erfolge zu erringen. Anderswo seid Ihr im besten Fall ein gleichberechtigtes Mitglied, und wenn Ihr dort Siege davontragt, dann werden sie nicht dem jüdischen Sport gutgeschrieben, sondern dem betreffenden Verein, wenn aber der Münchener „Dar Kochba" im großen Staffetten- 51