Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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£ i e b e 3 u n ge n s u n 6 Mab e l s! Var Rochba Hot oft schon seinen Lesern zugerufen: „Turnt! wandert! Schwimmt! Treibt Sport!" Nachrichten und Bilder vom jüdischen Turn- und Sportleben sind in unserem ersten Jahrgang häufig zu finden. Und ich weiß : eine ganze Unzahl von Tuch sind diesem Rufe gefolgt, oder bedurften seiner gar nicht erst, Uber eben so viele gibt es. die sind noch echte Stuben» Hocker und Bücherwürmer. Sie verschlingen jedes Bar Rochba-kjeft und lesen sehr gern von Fahrten in weite Länder und von Kühnen Taten. Sic selbst aber Kennen nicht einmal das nächste Dorf und drücken sich in der Schule, am liebsten von der Turnstunde. wenn dieses Heft in Eure Hände gelangt, findet in Berlin ein großer jüdischer Turntag statt, wie gern hätte ich Tuch alle dabei, und die Drückeberger am liebsten. Denn so etwas braucht man nur einmal gesehen zu haben., um selbst Lust zu bekommen. Stellt Tuch ein paar hundert jüdische Turner und - nicht zu vergessen! - Turnerinnen vor, dazu Leichtathleten, Fechter, Fußballspieler und Ruderer, stellt Tuch vor, wie sie laufen, sprmgen, den Diskus und den Speer werfen, an Barren und Reck turnen, wie jüdische Boote über das Wasser schießen, - stellt Tuch dazu ein tausendköpfiges jüdisches und nichtjüdisches Publikum vor: da habt Ihr das äußere Bild eines jüdischen Turn» und Sportfestes! ' Laßt uns einmal Nachdenken, warum wir jüdische Turner, Wanderer, Ruderer, Sportsleute gebrauchen. Einmal, weil jeder Mensch, wer es auch sei, seinen Rörper ausbilden soll. Unser Leben, insbesondere das in den großen Städten, ist nicht mehr natürlich, verlangt von unserm Geist sehr viel, von unserm Rörper sehr wenig. Raum, daß wir noch gewohnt sind, größere Strecken zu Fuß zurück zu legen. Ruf einen Berg kommen die meisten Menschen ihr Lebtag nicht, aber auch zur vierten Ttage braucht man nicht mehr hinauf zu steigen, sondern fährt im Lift. Früher gingen die jungen Menschen auf die Wanderschaft, lernten fremde Lander und fremde Menschen kennen, Heute geht man „spazieren" und setzt sich schließlich in ein Bierlokal. Unser Geist muß eine ganz gewaltige Rrbeit leisten, auch bei den Leuten, die keine „Gelehrten" sind, unser Rörper wird fast gar nicht beschäftigt und darum schwach und träge. Seht Tuch in der Großstadt die Menschen daraufhin an! Der junge gesunde Mensch aber will seinen Rörper tummeln, will Freude an ihm haben, wie sehr gefällt uns ein schöner Mensch, wirklich schön ist aber nur der, der einen gut ausgebildeten Rörper hat. Rm schönsten sind alle Rörper in der Bewegung. Seht Tuch ein Pferd an, wenn es steht 50