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Bar Kochba · 1920-08-01 · Heft 3 (August 1920) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 3 (August 1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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fl IN G r a b e d e r Itt u t t e r H a Hel L)on S ch a I o m Asch Sabbat nachts, als die Sterne am Himmel funkelten und das Gellicht im Fenster, sattelte man die Esel, und wir ritten aus Jerusalem, in der Nichtung nach Bethlehem, um mit den ersten Sonnenstrahlen am Grabe der Mutter. Rahe! zu sein. Ls ist das erste Mal. daß ich auf diesem Wege reite, und dach ist er mir nicht fremd llicht fremd sind mir die Felder und Täler, nicht fremd die Gelbäume, nicht fremd der Himmel über dem Kopf. Ist's dach der weg nach Bethlehem. auf dem unser Vater Jäkab unsere Mutter Nahe! begrub. „Ruf dem -Wege" begrub er sie. ..da nach eine Strecke Landes nach Ephrat war." Damit ist ja vethiehem gemeint. Und siehst du nicht die Frau in Sabbatkleidern, mit der Sabbathaube auf dem Kopfe? Jjt das nicht Mutter Nahet, wie sie aus dem Grabe sich erhebt, den vertriebenen Juden nachblickt und die Hände zum Herrn der Welt emparstreckt? . Mutter Nahet gilt viel bei ihm. Niemand setzt bei ihm soviel durch wie sie. Erinnerst du dich nach an ihren großen Kampf mit ihm in jener Nacht, da der Tempel zerstört wurde und er Jeremias weckte, um die Erzväter zu wecken? . . . Siehst du nicht den schwarzen Schatten dort zwischen den Delbäumen? Ist das nicht Jeremias, der Prophet, auf dem Wege nach Bethlehem? . . . Die Erzväter halfen nicht . . Da kam sie. Nahet, unsere Mutter Nahet, stellte sich vor Gatt hin und sprach zu ihm: , „Herr der Welt! Du weißt ja. wie sehr mich dein Knecht Jakob» liebte und haß er sieben Jahre meinem Vater um mich diente. Und als die sieben Jahre um. waren, hörte ich,., daß ihm Mein Vater nicht mich, sondern meine Schwester Lea geben wallte. Da vereinbarte ich Erkennungszeichen, mit ihm, damit ihn mein Vater nicht täuschen könne. Ich bekam aber Neue, meine Schwester tat Mir leid, unh ich verriet ihr die Erkennungszeichen, damit Jakob nicht wisse, daß sie Lea sei. Und ich sprach an ihrer Statt, damit er ihre Stimme nicht erkenne. - Und war nicht eifersüchtig auf sie ... Und siehe, ich war nur ein Mensch von Fleisch und Blut, von Erde und Rsche, und zürnte nicht. Warum zürnst du Israel, daß es fremden Götzen dient? was schadete dir dar Götzenbild, daß du deshalb deine Kinder vertriebst und die Feinde mit ihnen tun ließest., was sie wallten . . .?" Und dort die Felder hüllen sich in Nebel, verschwinden mir am Horizont. Der hängt über meinem Kopfe. Stern an Stern. Ein Gelbaum steht einsam mitten im Felde und sagt sei», stiller Gebet. Ihr Felder, in Tau und Nebel getaucht, erzählet mir! Und du, einsamer Daum im Felde, ich will mich unter dich Hinsehen, und deine rauschenden Blätter sollen mir von den Zeiten und Dingen erzählen, die über diesen weg kamen . . . damals, als Israel noch ein Volk war, und das Land Israel sein Land. Der Uraber treibt den Esel an und singt ein Lied. Schweig', arabischer Knecht, schweig'!. Stör' mit deinem eintönig sehnsüchtigen Liede meine Träume nicht . .! Siehst du den schwarzen Schatten nicht, der sich dort hinter den Gelbäumen verbirgt? Ein Mann ist'r. Sieh sein Gesicht, wenn er es den Sternen zuwendet! Sieh, wie bleich die Stirn sein Rntlitz krönt! Silberweiß leuchtet der Bart im Sternenlichte. weiß du nicht, wer er ist? Sieh dach, war er im Neisesack trägt: Ein Gelkrüglein, einen goldenen Spieß und eine posaune. 40

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