Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 3 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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klang schallendes Lachen, lauter Jubel Trunkener: Gefangene trieb man herbei, israelitische Mädchen, schmucklos mit zerfetzten Gewändern: um bleiche Gesichter, die der Widerschein der Feuer Kaum rötete, hing blauschwarzes k)aar, Blut Klebte an ihren Wangen, die sie mit scharfen Nägeln zerrissen hatten, ihren Reiz zu bergen. Täppische Hände griffen nach ihnen, Spott und Hohn und Haß einten sich zu betäubendem Thor: „Singt uns ein Lied eures Gottes, daß er euch schütze, singt uns ein Lied von Laut, ihr Töchter Ephraims, daß er euch rette!" Joab hielt's nicht länger: Blut stieg ihm ins Rntlitz, er, der Verbannte, fühlte sich eins mit seinem gedemütigten Volke, das ihn haßte, und dessen brennende Schmach er doch empfand, wie die eigene. <tt durchbrach die raschelnden Zweige ein Regen von Blüten hüllte ihn eia und sprang mitten unter die Feinde. Es wich der Lärm lähmendem Schreck; dann begann eine wilde Flucht: durch sterbende Feuer hasteten stolpernde Füße, und jetzt mehrten schrille Schreie, den Word der Wache kündend, die Verwirrung. Schon schöpfte Rsahel das köstliche Naß, schon mahnte )oab zum' Rückzug, da begann der Feind, der indes seinen Schrecken verwunden, allüberall anzudrängen. Wohl schlug Joab in grimmiger Lust Bresche in den Lanzenzaun, wohl fehlte Naharais Pfeil selten sein Ziel, da durchbohrte ein Spieß den Wassersack und die Schulter des Trägers; auf Rsahels Rüstung glänzte Wasser Und Blut. Tine spärliche Neige, ein paar Schluck nur, gerade genug für einen Mann/ blieben in dem durchlöcherten Schlauch. Vas Wagnis war vergebens gewesen; so galt es wenigstens das Leben zu wahren. Immer grimmiger wurde der Rampf. )oabs Helm klaffte, von seiner Stirn rann Blut. Schwerter, Beile, Speere zielten nach seiner Brust, ein tückischer Dolch blitzte in der Nähe; Naharai fing ihn mit dem Kerzen auf. Da brüllte Joab wie ein wilder Stier, mit der Linken riß er den warmen Rörper des Rnaben an sich, mit der Rechten bahnte er sich und dem wunden Bruder den Weg über stürzende Feinde. Niemand verfolgte sie, als hätte der Schrecken Gottes die Philister geschlagen. Tin Pfeil fuhr zischend an ihnen vorbei ins Dunkel. Dann war es still. )oab weinte. Der Leichnam, den er auf der Schulter trug, begann zu erkalten. Rn seinem Kerzen fraß es wie Gift; er zürnte David, der die Not verschuldet und den rettenden Rampf gescheut hatte, wie dem Mörder seines Freundes. Dann wurde sein Herz ganz Kalt und hart: „Ts ist ein Gottesurteil. Blut ist zwischen mir und David." Tr goß den Rest des Wassers in seinen Helm. 37