Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 2 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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A n f r r TN r r k Liebe Mädels und Jungen;. ich bin Euch nun, da wir unsere 10000 ITtarfe voll hoben und sogar schon etwas drüber, einen vericht schuldig. Ich will ihn beginnen mit einem recht, recht herzlichen Dank an Luch alle. Ihr habt mir eine so große, schöne Freude gemacht, daß ich sehr, sehr stolz aus Luch bin. Ihr habt gezeigt, daß man der jüdischen Jugend nur zu sagen braucht, daß jüdische Jugend irgendwo Not leidet, und schon ist sie bereit, selbst zu Helsen. ■ '• Ihr selbst werdet merken, daß das etwas Großes und Schönes ist und daß Ihr ' nun erst richtig zusammengehört, Früher wart Ihr alle nur Lar Kochba-teser, d. h. Ihr habt gemeinsam etwas bekommen, was Euch Freude machte. Jetzt aber habt Ihr gemeinsam etwas geschaffe n. etwas, das Euch allen gehört wie eine Arbeit, die man miteinander verrichtet hat. Dadurch seid Ihr Kameraden geworden, oder, wie dar schöne jüdische Wort heißt: Ehäwerim. Ehawerim heißt: die „verbundenen", Euer Werk ist das Land zwischen Euch allen. Und nun, was machen wir mit dem Geld? Zunächst teilen wir geschwisterlich mit den jüdischen Kindern in Gesterreich. wir schicken an flnitta Müller nach Wien 5000 Mark, das sind heute über 20000 österreichische Kronen. Ich werde in Eurem Namen einen Brief schreiben, in dem wir sagen werden, wie sehr es uns freut, wenigstens ein Weniges dazu beisteuern zu können, um die Not der jüdischen Jugend in Wien zu lindern, daß wir unsern Freundinnen und Freunden dort von ganzen Kerzen alles Gute wünschen und sie herzlichst grüßen Das ist das eine. Das zweite ist schön geschehen: der Lar Kochba hat seine eigene kleine Ferienkolonie. Und von der will ich Euch jetzt erzählen. In der Nähe von verlin liegt eine hübsche kleine Stadt: Eberswalde: Dort leben ein paar jüdische Familien, eine richtige klein? Gemeinde, und vor denen Hielt ich einen Vortrag über das jüdische Kinderelend und erzählte ihnen auch von unsrer Sammlung. Dann schlug ich ihnen vor, während des Sommers zehn Kinder aufzunehmen. Uber sie sagten, sie hätten zwar genügend Essen Und Trinken, aber die Wohnungsnot sei groß und die Frauen seien auch den Tag über im Geschäft tätig. Uber sie wollten alle sehr gern etwas tun. Da kam mir der Gedanke zu fragen, ob nicht im Lgnagogengebäude Räume seien? „Ja", antworteten die Eberswalder, „zwei Schulzimmer und ein Sitzungssaal." Wir sahen sie uns an und - herrlich! sie waren für eine Ferienkolonie wie geschaffen. Wir haben dann Folgendes vereinbart: In Eberswalde wird eine jüdische Ferienkolonie gegründet, die von der „Jüdischen f>iife für das jüdische Kind" eingerichtet und beaufsichtigt wird. Die Eberswalder geben die Räume, richten sie ein urid verpflegen zehn Kinder. Und w i r geben das Geld,, das man immer noch sehr reichlich braucht, um aller recht gut zu machen, um die Reise zu bezahlen usw So haben wie es gemacht und er ist ganz großartig geworden. Um 1. Juli sind 10 kleine und größere Mädels mit einer Leiterin nach Eberswalde gefahren Die Eberswalder haben sich furchtbare Mühe gegeben und alles pikfein eingerichtet E; geht unsern lieben Gästen in Eberswalde sehr, sehr gut! Sie werden von ihreb „Ferieneltern" verwöhnt und sind den ganzen Tag im Walde. Die 28