Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 22 · p. Seite 343

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 22
Date
1921-06-01
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2276426-2276427-2276448--366-2276908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Di eye me n i t i s ch e n Juden hemen ist eine Landschaft in Südarabien, und war bis vor kurzer Zeit fast völlig unbekannt, bis ein paar beherzt» Gelehrte es erforschten, darunter die Juden Josef halevq und Eduard Glaser. Sie fanden dort auch zahlreiche Juden, und von ihnen und ihrem Schicksal haben sie uns zuerst Künde gebracht. Wann diese Juden nach dem l)emeN gekommen sind, weiß man nicht bestimmt. Doch müssen sie wohl seit Jahr- Hunderten dort schon leben, denn ihre Ueberlieferung berichtet daß die Vater der heutigen „Jemeniten" schon 42 Jahre vor Zerstörung des ersten Tempels dort eingewandert seien. Sie berichtet ferner, daß Esra, als er den Vau des zweiten Tempels begann, eine Botschaft an die Juden des l)emens sandte, worin er sie aufsorderte, nach Erez Israel zurückzukehren. Bls sie dieser Einladung nicht nachkamen, zürnte er ihnen sehr. Die Juden sollen als Krieger in dieses Land gekommen sein. Die Stadt Sanaa soll von ihnen erbaut worden sein, in ihrer Dichtung trägt sie noch heute den althebräischen Namen Udal. Bis zur Zeit Mohammeds sollen sie in der Stadt geherrscht haben, und erst der Prophet selbst soll sie besiegt haben. Sicher ist. daß die qemenitischen Juden früher ihre eigenen Fürsten hatten, ja, man weiß, daß im 5. Jahrhundert ein qeminilischer König mit seinem ganzen Höf zum Judentum übertrat Man hat auch Münzen dort gefunden, die van jüdischen Herrschern geprägt wurden. Maimoniües, der große jüdische Gelehrte, sandte den yemenitschen Juden auf einen Bericht, den sie an ihn schickten, ein Sendschreiben - Igereth.Theman-Botschaft nach hemen, - in dem er sie ermahnt, sich durch die Leiden, denen sie damals schon (1204)'" ausgesetzt waren, an Gott und seiner Lehre nicht irre machen zu lassen. Maimonides ist noch heute bei ihnen hochgeehrt, und lein Hauptwerk, der „Führer der Verirrten", ist für sie immer noch in allen religiösen Fragen maßgebend. Die guten Zeiten der Juden deS vemen sind längst vorbei, hören wir, was Augenzeugen über ihre heutige Lage zu berichten wissen: „wie seltsam und traurig war doch das Schicksal der Juden in hemen! Zweitausend Jahre saßen dort die Menschen in der .bitteren Viaspora', wie sie sich ausdrücken. Unzählige Generationen gehen vorüber, ohne daß ein Ende des Golus zu sehen ist. Kein Lichtstrahl der Hoffnung, keine.trostversprechende Botschaft, grausame Könige und Imams*), stetige Binnen- Wanderung, Hungersnot, die Stadt und *) :$tanrniesfür|tcn. 343

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.