Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 20
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 306 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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v a s U) u n d e r v o n § a r r a g o s s a vor vielen, vielen Jahren lebte einmal Leibgarde, lauter kampferprobte „Krieger, in der Stadt Sarragossa ein sehr mächtiger' das blitzende Schwert in der Faust, und reicher Fürst. Der herrschte weit und. wenn nun der Fürst vor dem Tore breit über das ganze Land, und er konnte der Iudenstadt angelangt war, sprang er von seiner Hauptstadt aus auf dem vom Noß, beugte vor dem ältesten der schnellsten Pferde zwölf Tage lang in jeder frommen Männer das Knie und dieser Himmelsrichtung reiten, ehe er an die sprach über ihn den vorgeschriebenen Grenzen seines Gebietes kam. Und die Segensspruch: „Gelobt seist du, Ewiger, Hauptstadt Sarragossa selbst war prächtig unser Gott, König der Welt, der an seiner gebaut Mit hohen-Türmen und blinkenden Herrlichkeit teilhaftig - werden Uetz den binnen, und es gab darin kein Haus, dessen Menschen aus Fleisch und Blut." Dann Wände nicht von Marmor gewesen wären, ritt der Fürst in die Iudenstadt ein und vielerlei Volk wohnte in dieser Stadt, sodie Menge, jubelte ihm zu. gar schwarze Mauren, die auf prächtige» So war es von jeher Brauch gewesen. Schimmeln einherritten und aus ihrem Eines Tages aber dachte einer der Weisen Turban eine goldene Mondsichel trugen als nach und da schien es ihm, als sei dieser Abzeichen ihres Glaubens, denn sie waren Brauch nicht gut. „Wie," so sagte er sich, Anhänger des Propheten Mohammed. „ein irdischer Fürst kommt zu uns, ein Ein großes Stadtviertel aber war nur Mensch aus Fleisch und Blut, und wir von Juden bewohnt. Eigentlich war es tragen ihm unser größtes Heiligtum entschon eine Stadt für sich, denn ringsum lief gegen, dem wir/selbst uns nur mit Ehreine hohe Mauer, und auf ihren Zinnen furcht nahen? Nein, das darf nicht sein, standen Tag und Nacht jüdische Söldner Wir müssen unser Heiligtum mehr ehren, Und merkten aus alles, was sich draußen als den Fürsten." hindern Tags verbegab: wenn aber Gefahr zu drohen schien, sammelte er die übrigen Rabbiner um sich dann stießen sie ins Horn und alle jüdischen und trüg ihnen seine Gedanken vor. Da Männer traten gewappnet in die Tore, um sahen sie einander an und sprachen: „Ja, dem Feinde zu widerstehen. Gst aber du hast Recht, es darf nicht mehr geschehen, begab es sich, daß sie ein besonderes Signal Wir müssen den Fürsten auf andre weise bliesen, den „Königsrus", wie es genannt ehren," Über dann meinte einer, es fei wurde. Das geschah, wenn der Fürst sich doch ein gefährlich Ding, denn der Fürst dem Tore der Iudenstadl näherte. Dann -sei bei aller Freundlichkeit doch stolz und begab sich folgendes : auf dem größten jähzornig, und wie würde er es aufnehmen, Platze sammelte sich das Volk. Bn feine wenn man ihm die oft dargebrachte Ehrung Spitze aber'stellten sich sechsunddreißig der plötzlich verweigere? Da sagte der Belteste: ältesten und weisesten Nabbiner, ehrwürdige „Wir müssen ehrerbietig sein gegen das Männer mit milden Bugen und silber- Gesetz und dürfen doch den Fürsten nicht weiße» Bärten, je drei für jede der zwölf erzürnen. Was aber erfreut den Fürsten, Synagogen Sarragossas. Jeder von ihnen wenn wir ihm entgegen ziehen? Erblickt trug eine Thorarolle in einem kostbaren er etwa das Pergament, auf dem die Lehre goldenen Schrein, und so zogen sie vor das Moses geschrieben steht? hat er je einen Tor, um den Fürsten zu empfangen. . Der Blick auf seine Buchstabe» geworfen? Er kam hoch zu Boß im silbernen Harnisch steht die kostbaren Schreine, worin wir sie dahergeritten, und hinter ihm kam seine bergen. Nichts hindert uns aber, ihm 306