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Bar Kochba · 1921-04-01 · Heft 19 · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 19
Date
1921-04-01
Page
Seite 291 (sequence 3)
Language
German
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Ein paar Tage später erhielt der General den Besuch des Großoesirs. Die Herren saßen sich gegenüber, Jean reichte Kaffee und Zigaretten, dann ging er hinaus. Oer Großvesir aber saß stumm und steif da und sagte kein Wort. Oer General wollte seinen Gast unterhalten. Er sprach von diesem, er sprach von jenem, schließlich fiel ihm die Geschichte mit den Perücken ein. Der Vesir hörte mit ernsthafter Miene zu, schließlich sagte er: „Liegt Luch sehr viel an Eurem Diener?" „Nun, er ist eine ehrliche haut und dient mir treu seit einer Reihe von Jahren. Ich würde mich freuen, wenn er keinen Verlust erlitte." Der vesir fügte nichts weiter, er erhob sich bald daraus und verabschiedete sich. flm andern Morgen in aller Herrgottsfrühe Wurden der General und sein Diener von lauten Rufen geweckt, die vor ihrem Hause ertönten. Rls sie aus dem Zensier sahen, erblickten sie draußen einen Haufen von Juden. „Gebt uns Perücken!" schrieen sie. „Wer von uns bis heute mittag keine Perücke hat, erhält fünfzig auf die Fußsohlen. So hat es der vesir befohlen!" Und in der Tat. an allen Strahenecken hing der Befehl. Im Nu waren alle Perücken des guten Jean ausverkauft, denn der vesir hatte in den Befehl schreiben lassen, daß der Diener des französischen Generals solche zu verkaufen habe. Jeans Gesicht strahlte vor Freude. Die. armen Juden aber machten betrübte Gesichter, die einen, weil sie unter der großen Perücke furchtbar schwitzteu,^di^audern.-weibsiekeme-iuehrbekommenhatte>i^unddie5chlägefürrhteten. Dem französischen General aber war die Höflichkeit des vesirs ein wenig des Guten zu viel. Er eilte zu ihm, um ihn um Aufhebung des Befehls zu bitten, „hat Euer Diener seine Perücken verkauft?" fragte der vesir. „Es ist nicht eine mehr übrig!" versicherte der General. „Nun, so sollen die Juden wieder ihre gelben Mützen tragen!" Und so geschah es. — Wenn ihr aber glaubt, daß solche üblen Scherze mit den Juden nur bei den Türken vorgekommen seien, irrt ihr euch. In Preußen z. v. mußte noch unter Friedrich dem Großen jeder Jude, der heiraten wollte, einen Haufen Porzellan aus der königlichen Porzellanfabrik kaufen., Und das war nach schlimmer als der Perückenhandel, der nur einmal vorgekommen ist. .ii B r i e f k a s t e n M a r Kau f m a n n. Tübingen, Herrnbergerstrasj- 1, bei Knall, möchte mit einem Buben und Mädchen von gleichem Nlter, lZ Zähre, in Btiesoerbindung treten. Km liebsten wqre mir jemand in nächster Nähe. Mso, Ihr wüfchteberger, meldet euch! Leo n id Ve rsen, Nsker in Norwegen. «Ich benutze die Gelegenheit, meinem früheren Schulkameraden Samuel Goldrei in Leipzig einen herzlichen Gruß zu senden.- Samuel wird sich mit dem Gruß sehr freuen Und der Herausgeber ist furchtbar stolz, daß der vor Kochda sogar nach Norwegen kommt.. Man denke: nach Norwegen? vielleicht schreibt uns Leonid einmal von dort einen . Brief und schickt Bilder. 291

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