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Bar Kochba · 1921-03-01 · Heft 18 · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 18
Date
1921-03-01
Page
Seite 280 (sequence 8)
Language
German
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sein, und tritt mit fröhlichem „Guten Abend" ein. Und wiederholt: „Guten Abend, kiwke Veile." Und Niwke Veile antwortet aus einer finstern Ecke nüt tränengesättigter Stimme: Guten Abend, ThajiM." Dabei leuchten ihre Augen wie zwei glühende Kohlen aus der Ecke hervor. Er geht auf sie zu und spricht auf sie ein: „Niwke Zeile, sagt er, „es ist heute Feiertag. lVir feiern den Aus-' zug aus Aegypten verstehe doch! Da darf man nicht traurig sein. Und es ist doch auch gar kein Grund dazu da. wenn es dem lieben Gott nicht gefiel, daß wir unfern eigenen Zeder haben, dann mW wir eben mit einem fremden oorlieb nehmen. Dann wollen wir anderswohin gehen. Man wird uns überall hineinlassen. All« Türen stehen uns offen. Zagt man doch am Zederabend: ,.Kol dichfin jejthej wejechul", das heißt: ..wer hungrig ist, komme und esse!" . . Komm nimm den Schal um und laß uns beim Erstbesten einkehren." Und Niwke Beile tut wie immer nach dem Willen ihres Mannes. Alle Kraft aufwendend um nicht aufzuschluchzen, hüllt sie sich in den zerrissenen Schal. Schon will sie gehen, als im selben Augenblick die Tür von außen geöffnet wird. —~~—- „Guten Abend!" grüßt es. „Gut Jahr!" antworten die Eheleute. Sie sehen nicht, wer es ist^ „Ich möchte euer Gast beim Seder sein," sagt der Fremde. „Wir haben selbst keinen Seder," erwidert Thajim Jojne. „Tut nichts, ich Hab' ihn mitgebracht." „Seder im Finstern',, schluchzt Niwke Veile, die sich nun nicht mehr zurückhalten kann. „Ei bewahre," meint der Gast, „es wird schon Licht werden." Er winkt und mitten im Zimmer, in der Luft erscheinen zwei silberne Leuchter, in denen schon die ängezündeten Stearinkerzen stecken. Es wird hell. Thajim Jojne und Niwke Veile erkennen den Zauberkünstler, starren ihn an und bringen vor Schreck und Verwunderung kein Wort hervor. Sie fassen sich an den fänden, und so stehen sie da, mit weit aufgerissen Augen und offenen Mündern. Er. aber wendet sich nun an den Tisch, der ganz verschämt in einen Winkel des Zimmers steht: „Na, Kleiner," sagt er zu ihm. „deck dich und komm her!" Und sofort fällt von oben ein schneeweißes Tischtuch herab und deckt den Tisch und dieser selbst seht sich in Bewegung und rückt mitten ins Zimmer, just unter die Leuchter. Und diese wieder schweben hernieder und stellen sich auf ihn. Jetzt fehlen noch die Sederbetten," sagt derZauberkünstler,„die Sederbetten sollen kommen!" Und sofort rückten aus drei Ecken des Zimmers

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