Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 17
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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und so setzte er sich einfach in einer anderen Masse bei größeren Jungens auf die letzte Bank Die großen Jungen merkten das zwar, aber sie wollten sich, den Spaß nicht verderben lassen. Der Lehrer kam herein, ein sehr langer uyd dünner Herr, und begann sofort etwas zu erzählen, wovon Mofes nichts verstand. Dabei ging er immer in der Klasse umher und rieb sich mit seinen langen Fingern den Kopf. Schließlich tat er etwas furchtbar drolliges. Er steckte seinen langen Zeigefinger in ein Tintenfaß auf der ersten Dank, sodaß er ganz naß und schwärz wurde, und dann blickte er forschend über die Köpfe seiner Schüler hin. Er suchte nämlich einen, der ganz glatt geschorene Haare hatte. Einen solchen Kopf nannte er „Tintenwischer". Nun saß Moses gerade vor ihm und Hatte den Kopf tief gesenkt, damit der Lehrer ihn nicht so schnell erkennen sollte. Die Waisenjungen waren aber kurzhaarig wie die Schafe nach der Schur, und durch die kurzen Stoppeln blinkte Moses Kopfhaut hervor so rein und weiß, wie der Mond hinter den Kesten des Waldes. Und schon hatte Dr. Leidenberg den herrlichsten Tintenwischer gefunden, den er sich denken konnte, und ritsch - ratsch — rutsch malte sein Finger auf Moses Kopf die merkwürdigsten Figuren. Brüllendes Gelächter bei der ganzen Klasse. Moses Pipenbrink aber faßte sich erschrocken mit beiden Händen nach seinem mißhandelten Kopf, machte sich die Finger schwarz, fing an zu weinen, fuhr mit den Tintenfingern über die nassen Backen, und sah bald aus wie ein Indianer auf dem Kriegspfad. Nun erst merkte vr. Leidenberg, daß ein fremder Vogel bei ihm im Neste saß. Er nahm den kleinen Moses auf den Arm, tröstete ihn so gut das gehen wollte, erzählte ihm. er sähe wunderhübsch aus, und wenn er zu Hause nur recht viel Seife und Bimstejn nehmen würde, so ging das alles wieder herunter. Dann schickte er ihn durch einen der Jungen in seine Klasse zurück, wo er natürlich mit furchtbarem Hallo empfangen wurde. Als Moses an diesem Tage aus der Schule kam, war er furchtbar wütend, vor allen Dingen aber hatte er große Angst, ins Waisenhaus zu gehen. Denn was würde Herr Rothschild sagen, wenn er in diesem Aufzug ihm vor die Augen kommen würde. So troddelte er ganz langsam und traurig über den Holstenplatz, als er plötzlich einen pfiff hörte, der ihm sehr bekannt vorkam. Tr sah