Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 14
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2276426-2276427-2276440--229-2276781- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
<E in B r i e f a n „ B a r K och b a" llnfrr 5reun& Daniel heAer Ist mH seinen 4 Item «ach Palästina gefahren Hu; ' Zervsalem sendet er unr folgenden hübschen vries. Lieber Var Rochba! Zeit - 3 Wochen bin ich Schüler de? hebräischen Gymnasiums in Jerusalem. Hm 9: Kisleto (1. Dez) unternahmen wir einen Schulausflug.. Wir versammelten uns vor dem Schulgebäude, und zogen kurz nach 7 Uhr fort. Wir gingen durchs Tal und den Skopurberg hinauf, der die Verlängerung des Gelbergs ist. . Links des sogenannten Zranziskanerwäldchens überschritten wir den Ramm des Rerges. Noch eine Zeitlang konnten wir zurückblickend die Jerusalem nördlich vorgelagerten, größtenteils jüdischen Kolonien sehen. Schließ wobei man noch gut aufpassen muß, nicht aüszugleiten, da der Roden hauptsächlich aus glattem Zeis besteht und dazwischen M't einem widerlichen vörnengestrüpp bewachsen ist, das an den Strümpfen hasten bleibt und unangenehme Wirkungen hat. Gh. wie trostlos und öhe ist diese Wüste Juda! Ihr in Deutschland friert jetzt gewiß, und wir verschmachteten beinahe vor Durst. Das Wässer, das wir mit- . genommen halten, war schon, bald hinter Ramah zu Ende gewesen. Endlich kamen wir ganz erschöpft und ermattet in Michmafch an. wo wir große Raft hielten Einige ' Jungens, unter denen auch ich mich befand, gingen zum Wasserholen. Die Araber gaben uns aber nur gegen Bezahlung Wasser, an einem Darf vorbei, daß aus der Ferne Lei der Gelegenheit des Herumstreifens einem großen Steinhaufen ähnlich sah. im Dorf, wurden wir, d. h. eine Gruppe Wir marschierten in geschlossenem 3ug aus von acht Jungens, beim Scheich, dem der Straße, die nach Nablus, dem alten vornehmsten und Vorfvorsteher, eingeladen. Sichem, führt. Es ist eine für palästinensische Malerisch lagerten wir uns .auf Matten Verhältnisse sehr gute Straße, auf der wir in einem unglaublich einfachen Gemach, flott vorwärts kamen, hinter uns trotteten Wir wurden mit getrockneten Zeigen be- 2 Eselchen, die unsere Rucksäcke trugen, wirtet. Einige der Jungens, die gut arabisch In Rämah, das als Geburtsort Samuels sprechen, führten mit dem Hausherrn länge bekannt ist, hielten wir unter einem allein- Gespräche, von denen ich keine Silbe verstehenden Gelbaum erste Rast, vis Ramah stand, da ich noch sehr in den Ansangshatten wir nicht ganze zwei Stunden 3e!t gründen des Arabischen hin. Schließlich kehrgebraucht. von dort kann man noch recht ten wir zu unserm Lager zurück und taten gut einen Teil des Gelbergs sehen mit uns an mitgebrachtem Essen und Trinken dem Turm der ehemalig deutschen Augustagütlich. . Unser Ruheplatz, der sich im Viktoria-Stiftung, die jetzt als englisches Schatten einiger Räume unterhalb des Hauptquartier dient, weiter ging es auf Dorfes befand, war von einer dichten Schar steinigen Wegen,, die kaum Wege zu nennen Araber umdrängt, Rindern sowohl wie waren, nach Geba, einem größeren Dorfe. Erwachsenen. Die. Rinder, zerlumpt und wo wir uns mit einer ganzen Anzahl von verschmutzt, leiden größtenteils an Trachom, Seminaristen trafen/ Nach kurzem Aufeiner gefährlichen Augenkrankheit und es enthalt im Dorfe setzten wir »nsera Weg war interessant zu sehen, wie sie Herumdurch Rerg und Tal fort. R!s jetzt ging liefen, jede Sardinenbüchse, jedes Zeitungser noch: aber Nun wurde die Hitze unfetzchen und jedes Schokoladenpapier auferträglich. Rein Schutz vor der Sonne sammelten und als etwas ganz besonderes beim hinaufundhinunterkleitern der Rerge, bestaunten. Als eine große Ehre erschien 214