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Bar Kochba · 1921-01-01 · Heft 14 · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 14
Date
1921-01-01
Page
Seite 211 (sequence 3)
Language
German
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Vaters, der nicht ahnt«, daß sie sich den ärmsten seiner Hirten zum Manne gewählt hatte. Lines Tages kam ein frommer, reicher Freier in sein Haus, ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. Da mutzte sie gestehen, datz sie dem Hirten ^kiba verheiratet sei, damit er Mut und Ausdauer um ihretwillen habe, ein Weiser zu werden. Der Vater aber geriet darüber in heftigen Zorn, und ohne sich zu besinnen, tat er einen Schwur, datz sie sein Haus nicht mehr betreten solle. Da ging die Tochter zu Akibas Mutter, die alt und schwach in einer zerfallenen Hütte hauste, pflegte sie und arbeitete hart, von dem Gelde aber schickte sie an Rkiba, damit er sich ganz der Lehre widmen könne. Nach vielen Jahren ging in dieser Gegend das Gerücht, ein großer Weiser sei angelangt, dem Hunderte von Schülern folgten und er lehre da und da im Lehr- Haus. Vas Volk strömte zusammen und legte ihm Fragen vor. und als er sie beantwortete, da erstaunten sie über seine - Weisheit und sprachen: „wer gleicht ihm unter den Weisen Israels?" Ls trat auch ein alter Mann vor, von Gram und Sorgen gebeugt, und sprach: „Rabbi, ich will dich etwas fragen!" „So frage nur," antwortete der Rabbi. „Ich habe vor Jahren im Zorn meine Tochter aus dem Hause gejagt und geschworen, ihr nie mehr einen Rissen Rrot zu geben. Jetzt höre ich, datz sie hart arbeitet und oft hungert Und mein Herz weint ob des unbedachten Schwurs. Rannst du mich von ihm befreien?" □ c „warum verstießest du deine Tochter?" „Sie war schön und klug und fromm und der Reste in Israel wäre nicht Zu hoch für sie gewesen. Sie aber heiratete einen meiner Hirten, einen unwissenden Menschen, der nichts aus der Lehr« kannte, nicht einmal einen Segensspruch wußte er zu sagen." „Was hättest du getan, wenn er wenigstens einen Segensspruch gekannt hätte?" „Mein halbes vermögen hätte ich ihm geschenkt und hätte beide gesegnet mit meinem väterlichen Segen. Nur einem Manne, der gar nichts von der Lehre Gottes wußte, wollte ich sie nicht zum Manne geben!" Da umarmte der Rabbi den alten Mann : „Zieh', ich bin Rkiba, dein Hirte, und deiner Tochter Mann." Und er sprach den Segen über ihn und sagte: „Jetzt bist du frei von deinem Schwur, denn ich habe vor dir einen Segen gesprochen." Während sie noch redeten, kam die Tochter des Ralbä Sabua gegangen und da sie Rkiba sah, war sie in ihrer Freude und ihrem Stolz anzusehen wie eine Königin — so schön war sie! Rkiba aber schloß sie in seine Rrme und rief dem Volke zu: „Seht diese Frau! was ich bin und was ich weiß, ihr verdanke ich es! Lin Hirt war ich, ein Tier fast unter Tieren, durch sie saß ich zu den Füßen der Weisen, lauschte ihren Worten, durch sie darf ich heute selbst lehren. Gelobt seien die treuen Frauen in Israel, denn sie erbauen ein Haus so fest, als ruhe es auf sieben Säulen! Und das Volk jauchzte ihnen zu. > .. . a lv erbt für B a r X o ch b a 211

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