Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 7
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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waren, traute er sich auf die Straße. Rber jedesmal, wenn Moses sich jh,n nähern wollte, trat er eilends den Rückzug an und verschwand in dem Hause, in dem er wohnte. Lei den Trappern und Indianern hieß er nur noch die „Vangbüx" Sie verachteten ihn alle furchtbar und hatten keinen größeren Wunsch, als daß er sich wieder zeigen würde, dann wollten sie ihn noch einmal an den Marlerpfahl binden, und wenn er dann heulte, dann würden sie wie richtige Indianer einen Rriegstanz um ihn aufführen und dabei immer „vangbüx, Vangbüx!'singen. Und richtig, eines Tages kam es so. Der Junge war von seiner Mutter mit einem großen Topf ausgeschickt worden, um Milch zu holen. Die Jungens, die das sähen, ließen ihn zunächst in Ruhe. Tr sollte erst einmal seinen Topf voll Milch haben, dann machte die Sache mehr Spaß. Rls er nun zurückkam, umringten sie ihn plötzlich, bildeten einen Rreis, faßten sich an den Händen, tanzten um ihn herum und schrieen dabei:. „Vangbüx, Vangbüx, wehr Dich!" Dabei machten sie den Rreis iinmer engerDerJunge stand in der Mitte,hieltseinengroßenMUchtopfuüUbeiden Händen fest, biß sich auf die Zähne, um nicht loszuheulen, aber in seinen Rügen stand eine furchtbare Rngst, und er zitterte so. daß die Milch überkleckerte. Immer lauter schrieen die Jungens und immer enger wurde der Rreis. plötzlich aber sprang aus einer Haustür Moses Pipenbrink hervor, warf ein paar Jungen über den Haufen, stellte sich vor den bedrohten Milchtopf und schne in höchstem Zorn: „Ihr seid ja selbst Vangbüxen! Mit zwölf auf einen losgehen, das is ne Gemeinheit. Rammt man her. wenn ihr Mut habt, ich will euch schon verlobacken!" Die Trapper und Indianer standen da und sahen Moses groß an. Dann aber überlegten sie sich die Sache und sahen wohl ein, daß er keine Heldental war, die sie da vollbrachten Der Junge mit dein Milchtopf machte, daß er nach Hause Kam. Die anderen aber spielten weiter, und als Moses Pipenbrink dran war, an den Marterpfahl gebunden zu werden, piesackten sie ihn mehr als sonst, denn sie hätten gar zu gern gehabt, daß auch er mal heulte. Das gelang ihnen aber nicht. Rm andern Morgen begegnete ihm der Iudenjunge auf der Straße, ging auf ihn zu und gab ihm die Hand, ohne ein Wort zu sagen. Moses wurde rot bis über die Ghren, sagte aber dann barsch: „Romm mal mit, 103