Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 6
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 93 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2276426-2276427-2276433--100-2276627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
£ heute und Gestern NtN PO'VNN 0D'2 Der Sündenbock für fl(o(c Als der Tempel in Jerusalem noch stand,. worden war, und der Hohepriester sein und die Kohanlm (Priester) den Dpferdienst Blut im Allerheiligsten gesprengt hatte, dort verrichteten, strömte am Jom Kippurwurde der Lock für den Asasel durch «inen morgen das Volk von.Jerusalem in die Vor., vorher dazu bestimmten Mann in die wüste Höfe des Heiligtums, um zuzusehen, wie die geschickt. Vas war für das Volk ein beiden Böcke für das Dpfer und für den Asasel großes Gaudium und in der Zeit der zweiten ausgewählt wurden. In der Bibel steht näm- Tempels war der Andrang so groß, daß iich. daß an diesem Tage ein Bock in die Wüste man ein Gestell hoch über den Köpfen der geschickt werden solle, als ein Zeichen dafür, Menge quer durch die Stadt gebaut Hat, um daß er alle Sünden der Kinder Israel mit sich auf ihm den Bock sortzuführen. sodaß ihn nehme, und Gott ihr Dpfer angenommen zwar alle sehen konnten, er aber so schnell als habe, sodaß ihnen am Jom Kippur alle ihre Möglich aus der Stadt heraus kam. von der Sünden vergeben wurden. Der ©rt in der Stadt bis zu dem Felsen Asasel, von dem der wüste hieß Asasel. (Es wurden also zwei Lücke Lock herabgestürzt werden sollte," waren in ausgesucht, die an Größe, Farbe und Aus- Abständen von je tausend Schritt Hütten aufsehen möglichst gleich sein mußten, und zwigebaut, in diesen saßen würdige Männer, die schen diese beiden Locke trat der „Kohen den Lock und seinen Begleiter bis zur nächsten hagadol", der Hohepriester. Dann wurde ihm Hütte brachten, sodaß beide ständig unter Aufeine Lüchse gereicht, und in dieser Büchse besicht waren. Auch bekam der Mann, der den fanden sich zwei Platten. Auf der einen Platte Bock führte, in diesen Hütten tüchtig zu essen ftand „Für den Ewigen", auf der andern „Für und zu trinken. Natürlich nahm man dazu klsasel". Beim ersten Tempel waren diese am liebsten einen Nichtjuden. war nun der Plättchen aus Holz, beim zweiten aus Gold. Bock auf dem Felsen Asasel ängekommen, so Der Hohepriester nahm nun ohne hinzusehen 'wurde er von diesem heruntergestoßen. hiern jede Hand eins der Plättchen und stützte bei achtete das Volk genau darauf, ob der rote .eine Hände auf die Köpfe der Böcke, die zu Faden, der um di« Hörner des Bockes gewunseinen beiden Seiten standen. Dann rief den war, weiß wurde oder nicht, wenn nun man ihm zu: „hoherpriester, hebe Deine der Faden weiß wurde, so war das ein Zeichen rechte Hand!" Nun hielt der Hohepriester dafür, daß Gott das Dpfer angenommen dos Plättchen in der rechten Hand hoch, und seinem Volk vergeben hatte. Der Mann, sodaß alle sehen konnten, ob der Lock zu der den.Bock führte, blies dann aus dem seiner Rechten zum Dpfer im Tempel oder Schofar und die Männer, die in den Hütten für Asasel in der wüste bestimmt war. saßen, tat.n desgleichen, sodaß in wenigen Sodann band man dem Lock für den Asasel Minuten das Volk, das sich in den Tempel, einen roten Faden um die Hörner, um ihn Höfen drängte, erfuhr, daß ihm seine Sünden zu kennzeichnen, und führte ihn an das vergeben worden waren. Große Freud« Dsttor des Tempels, durch das er später herrschte darob iy Jerusalem, und der hinaus in die wüste geführt werden sollte. , Hohepriester wurde im Triumphzuge vom Nachdem nun der Dpferbock geschlachtet Tempel in seine Wohnung geleitet. 93