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Bar Kochba · 1920-09-01 · Heft 6 · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6
Date
1920-09-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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inaschine herauszog und aus seinem verwundeten*. Fuße Blut rann . . In solchen Augenblicken spürt er Gott! Und nicht im Fimmel wohnt sein Gott, und man braucht gar nicht den Kopf zum Himmel zu erheben, um Gott, zu sehen! Nein, ihm scheint, daß Gott irgendwo in einer mroßen fernen Stqöt wohnt, in derselbe^ Stadt, wo der Herr des Dorfes undValle andern Grafen und Fürsten wohnen. Und alle diese großen/HerrewsiM nur Gottes Unechte, ebenso wie Stach und Woytek Unechte des GutSherrnJnd, dem das Dorf gehörte Doch er. wie kommt er zu Gott? Er kann nicht einmal Gottes Schafhirte sein! Denn Gottes Schafhirte. so denkt er sich, Muß auch ein großer Herr und mindestens ein Graf fein! Und wer weiß, ob der Herr des Dorfes auch nur ein Pferdeknecht bei Gott sein darf? Und würde man denn ihn, Iasiek, zu einem solchen Umte zulassen? Doch manchmal, wenn der Himmel wolkenlos ist und verträumt in einem fließenden blauen Schleier ruht; wenn jeder Grashalm ruhig sproßt und wächst und still gen Himmel schaut,- wenn auf der andern Seite des Flusses der alte Wald, der grüne Großvater des Dorfes, rauscht, und noch weiter, auf der Straße zwischen den grünen Feldern eine Fuhre fährt oder ein Jude geht; wenn der Himmel sich in weite Fernen hinzieht und immer niedriger wird und irgendwo ganz weit aus die Erde herabsinkt - und wenn er, Iasiek, an der Schwelle seines Schafstalles sitzt und dann alles sieht, dann scheint es. ihm., daß Gott für eine Weile die Gesellschaft der Fürsten, Grasen und großen Herren verlassen hat, und in die Felder gekommen ist, und sich da niedergelegt hat und auf etwas wartet. . Und Iasiek will Gott für alles danken, für alles, was er um sich sieht Und manchmal will er in die ferne große Stadt gehen, wo Gott wohnt, und wo Gottes Palast steht. „Ich werde zu ihm gehen und ihm die Hand küssen!" denkt cr sich. Und gleich darauf fragt er sich seufzend: „Wird man mich denn hereinlassen?" Er kann wohl zum Palast kommen, wo Gott wohnt, so denkt cr sich doch vor dem Palast stehen Schweizer, großgewachsene Männer mit blauen Schleifen, gelben Stulpstiefeln und roten Fräcken, Lakaien, wie er sie einmal bei den großen Herren sah, die zum Herrn seines Dorfes zum Lall gekommen waren: und diese Schweizer werden ihn fort jagen . Und dann denkt er sich wieder, daß er in die große Stadt gar nicht zu gehen braucht, denn Gott ist im freien Felde, und die Schweizer bewachen einen leeren Palast ohne Gott! 83

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