Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 5
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nase daraus hervor gesehen, und das sei eigentlich der Berg, an dem Blankenese liegt Denn die Riesennase sei früher natürlich ganz blank und weih gewesen, , und erst später hätten die Leute sie mit Erde beworfen und Bäume darauf gepflanzt. Jan Pipenbrink ritz die Augen weit auf, als er hörte, wie der kleine Moses eine Erklärung für den Name Blankenese selbst erfand, und er bekam vor dem kleinen Kerl einen gewaltigen Respekt. Aber er wollte sich auch nicht lumpen lassen. Und als sie eine Weile später an Altona vorbeifuhren, sagte er: „Du kannst zwar reden wie'n paster, Lüttjer. aber was Altona heißt, das weißt Du doch nicht." Moses dachte nach: aber nein, das war wirklich nicht zu raten. Und nun erzählte ihm Jan, was er selbst einmal von einem Matrosen darüber gehört hatte: „Es waren einmal in alten weiten Zeeräuber nach Hamburg gekommen, und um sie abzuwehren, haben die Hamburger eine Menge Landsknechte geworben und ihnen versprochen, sie wollten ihnen in Hamburg Grund und Boden geben, wenn sie tapfer kämpften und die Zeeräuber vertrieben. Als das aber geschehen war, tat den Hamburger Ratsherren ihr versprechen leid, denn die Landsknechte waren trotzige Gesellen, und der Zenat fürchtete, daß sie eines Tages Hamburg selbst plündern würden. 5ie schlugen daher den Landsknechten vor, sich eine eigene Stabt zu gründen und wollten den Boden bezahlen, so teuer er auch wäre. Die Landsknechte aber stritten sich, wo sie sich an siedeln sollten, und um den Streit zu schlichten, ließ man ein Waisenkind kommen, verband ihm die Rügen, drehte es dann ein paar Mal um sich selbst, und hieß es dann so weit gehen, bis es hinfallen würde. Das Rind wandte sich gegen das Uobis-Tor, marschierte aus der 5tadt heraus, es dauerte aber nicht lange, da lag im Weg ein großer Ztein, über den es fiel. Und nun mußten die Hamburger Ratsherren dort Boden kaufen, um die Landsknechte anzusiedeln. Da sagten sie: „Dat is al to nah," das heißt: „das ist allzu nahe." Und seither heißt die Stabt bis auf den heutigen Tag ,,Altona". von Altona nach Hamburg ist es nicht weit. Aber was Möses auf dieser kurzen Strecke sah, setzte ihn immer mehr in Erstaunen. Die Elbe war hier so schmal, wie er sie noch nie gesehen hatte. Rechts ratzten riesige 74