Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 5
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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damit davon. Frau Trina sammelte ihre Kinder alle und zog von Haus zu Haus, um fich von den Nachbarn und Freunden, mit denen sie so lange Zeit in Frieden gelebt hatte, zu verabschieden, und dann standen sie alle in Cuxhaven auf der Brüche und warteten auf den „Kehr Mieder". Venn Jan hatte es sich nicht nehmen lassen, sie sozusagen auf seinem eigenen Schiff nach Hamburg zu fahren. So fuhr Moses Pipenbrink den Weg zurück, den er vor ein paar Jahren gekommen war. Nur daß er jetzt nicht mehr zwischen den Schornsteinen lag, wie damals, sondern ganz vorn mit Jan an der Spitze stand, dort wo die große Glocke hängt, und mit großen Bugen auf all das Neue und Schöne schaute, daß er hier zum ersten Mal sah. Je mehr sie sich Hamburg näherten, desto größer wurde das Gewimmel von größeren und kleinen Fahrzeugen, die die Elbe belebten. Vas rechte Clbeufer, das in Cuxhaven nur an wenigen, sehr klaren Tagen zu sehen ist, trat immer dichter heran. Weit konnte man hineinsehen in das holsteinische Land mit seinen fetten grünen Wiesen, die von lebendigen Decken eingezäunt waren, und auf denen Vieh weidete. Dann stiegen am Ufer bewaldete Hügel auf, Jetzt begann Jan, der sehr stolz darauf war, die Gegend zu kennen, seinen Geschwistern alles zu erklären. „Seht Ihr da drüben den Berg," sagte er. „den da mit dem roten Turm drauf meine ich, das ist Blankenese." Moses Pipenbrink griff sich bei diesen Worten unwillkürlich an die Nase und fragte dann Jan, warum der Berg denn einen so komischen Namen habe.. Jan machte ein dummes Gesicht. Darüber hatte er sein Lebtag noch nicht nachgedacht. Die Frage erschien ihm auch gar zu dumm. Nächstens würde man ihn noch fragen, warum Hamburg Hamburg heiße, und er Jan Pipenbrink. Irgendeinen Namen mußte jeder Mensch und jedes Ving doch hoben. Was brauchten die noch groß etwas zu bedeuten? Über Moses ließ nicht locker. Und da Jan ihm die gewünschte Erklärung nicht geben konnte, so begann er, sich selbst eine zurecht zu machen. Cr war ein großer Freund von allerhand Märchen und Schauergeschichten. Cr meinte daher, am Ufer der Clbe läge wahrscheinlich ein Riese begraben, der da früher einmal gelebt habe. Sie hätten ihm das Grab aber nicht tief genug gemacht, und so hätte seine V,:- ■ 73