Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 5
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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unserer Arbeit liegt ein besonderer Reiz. Auch unser Arbeitgeber feuert uns an. unser Merk zu verschönern. Morgen werden die Lauern kommen, um. unser „Vachar" zu besuchen, und sie werden sehen, daß unter jüdischen Händen ein starkes, schöner Werk entsteht, und sie werden sehen und sich schämen. wir legen unser Arbeitsgerät aus der Rand und gehen. In den umliegenden „Vachars" stehen noch immer die Araber und arbeiten, wir achten nicht unsere Müdigkeit und unseren Hunger, treten zu einem der anderen „Vachar" heran und achten genau auf ihre Arbeit, und wir sehen, daß unser Feld nicht schlechter sein wird, als ihres. Mit uns waren auch zwei „vacharistinnen": junge Mädchen, „Thalüzoth", aps Rußland, die mit uns zusammen arbeiten. Sie sammeln „Indschill" für 3 Groschen den Tag. vor jedem Arbeiter steht ein Rörbchen, in das der ausgerissene „Indschill" kommt, Die „Vacharistinnen" sammeln in einem großen Rorb den „Indschill" aus den einzelnen Rörbchen und tragen ihn auf . einen großen Haufen außerhalb des Feldes zusammen. Wenn der „Indschill" in der Zonnenhitze getrocknet ist, wird er verbrannt, um ihn völlig zu vernichten. Wie lieb waren uns die beiden Rameradinnen, jene „Vacharistinnen": der Glanz des „Vachar" lag auf ihnen. Sie wurden bei uns sehr, geehrt. Und um ihnen das zu zeigen, setzten wir sie als .. MundschenKinnen" ein. Freudig gingen sie zum nahen Vrunnen mit dem Eimer in der Hand, schöpften Hasser und brachten uns zu trinken. Und ich muß gestehen, wir tranken sehr viel Wasser, unmenschlich viel Wasser. Du rufst: „Wasser!" Dq steht sie schon vor dir, in ihrem Arbeitskleid, ein Lächeln auf den Lippen, den Timer in der k)ünd und ruft dir zu, wie Rebekka in alter Zeit: „Trinke, l)err!" — Und glücklich, wer einer anderen Anrede von ihr gewürdigt wird, wenn sie zu ihm sägt: „Trinke, mein Liebling!" „Liebling", wie lieblich ist dieses hebräische Wort im Munde einer „Vacharistin". Und die eine, die nicht hebräisch versteht, steht vor dem „l)ebräer" und nimmt bei ihm Unterricht, und sie wiederholt jedes Wort seines Mundes. ... . (Ein schönes Geschenk haben wir für sie. die Hacke: Sie bitten uns inständig, mit der knacke arbeiten zu dürfen. Die Mädchen nehmen sie in die Hand — und jetzt entsteht leider eine Worthetze gegen das schwache Geschlecht: „Gi, seufzt einer, uns ersteht Keine Deborah und Keine Judith in ihrer Größe, - — 3n Rußland scheuen sie nicht den Tod, und hier Können sie nicht eine k)acke anfassen, wie es sich gehört." „Die Frauen! - beklagt sich der zweite- — die meisten Emigranten kehrten nicht nach Rußland zurück, wenn sie nicht durch die Frauen gezwungen ' ()() '