Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2276426-2276427-2276430--047-2276571- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recht und Brauch '5- Der 9. 5lb. an dem zweimal das Heiligtum i» Jeruschalajim zerstört und das Volk in die Verbannung, in das Gallith, geführt würde, wird noch heute airein Träuertagbegangen an allen Grien, an denenIuden leben, wenn der Vorabend des neunten Ta- . ges im Monat Kb hcrannaht, versammelt sich die Gemeinde in der Synagoge. vie„ Schul", die an den Zciertage» im Schmucke ihrer seidenen Vorhänge und vekken und im Glanze ihrer silbernen Leuchterund Geräte prangt, ist an diesem_ Tage kahl und leer, zum Andenken an den zerstörten Tempel, an dessen Stelle im Galuth die hunderttausend votte k'nessioth lSynagovie ttlagcmaüer" der einzige Heberrejt des ^weilen Lempeis. gen) getreten sind. Der Krön. der Schrein, in dem die Sifreh Tora, die Gesetzesrollen, stehen, wird von keinem kostbaren Vorhang verdeckt; den Klmemor, den KItan, von dein herab die Tara vorgelesen wird, schmückt keine Decke, die silbernen Geräte sind entfern t warden. Die l)e terziehen die Schuhe aüs, - ein altes Zeichen der Trauer, und ihr laut loses Schrei, ten hat etwasGespenstisches an sich. Nur wenige Lichter brennen, nurgrade soviel, als nötig sind, um den Naum notdürftig zu erhellen. Der Thasen svorbeter) beginnt mit dem gewöhnlichen Abendgebet. Aber er sagt es leise, mit halberStimme nur und mit traurigem Ton. und ebenso leise und traurig antwortet ihm die Gemeinde.