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Bar Kochba · 1920-07-01 · Heft 2 · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 2
Date
1920-07-01
Page
Seite 26 (sequence 10)
Language
German
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Ijuusdn’H oin Nußendeich, das sein Vater, der Lotse, sich gebaut hatte, erreicht hatte Es roar noch eins von den Mausern, die in der alten niedersächsischen Bauweise errichtet waren. Vas breite, mächtige Strohdach bedeckte wie ein riesiger Schirm das ganze Häuschen und hielt die vielen heftigen Nordsee- Sturme wie eine schützende warme' Decke ab, )m Vorgarten Ittnunelten sich drei von den Geschwistern mit einem großen Aiegenbock, den sie .immer wieder an seinem würdigen Bart zupften, bis der alte lferr in Hochstein Nerger den Napf mit den mächtigen Hörnern senkte und den wilden Buben einen bloß gab, der sie ins Gras..warf. Da kreischten die vor Vergnügen, »in gleich darauf das Spiel von neuem zu beginnen. tlls sie )än erblichten, liefen sie mit lautem Hurra auf ihn zu. tlber )an wehrte sie ab und ging geradeswegs zu seiner Mutter in die Stube, legte das Bündel auf den Tisch zwischen die liaffeetassen und sagte einfach: ..Hier Mutter. das Hab' ich Dir mitgebracht." , Mutter Trina sah erst ihren Jungen an, dann das Bündel, öffnete es behutsam und prallte zurück, als sie das Gesicht des kleinen Schreihalses —hih. der darin lag. „Um Gotteswillen. Bengel, wo hast Du das Gär her^, rief sie erschrocken und schüttelte )an bei der Schulter. „Das habe ich gefunden"- sagte Jan Mit aller Seelenruhe und erzählte dann, wie er zu seinem Funoe gekommen war, und warum er es nicht für ratsam gehalten habe, dein llapitän etwas davon zu sagen. Mutter Trina war eine energische Frau, die wußte, wassie wollte und was in jedem Zoll das wichtigste war, das getan werden mußte. Sie stieg also in die Bodenkammer hinauf und holte aus der Truhe, in der allerhand Sachen lagen, die sie nicht mehr gebrauchte, eine große liinderinilchflasche, reinigte sie sorgfältig/ goß' warme Milch hinein und begann, dein neuen Mitbewohner ihres Hauses zu trinken zu. geben. kaum spürte das llind den Gummipfropfen an seinem Mäulchen, als es mit aller Macht zu saugen begann und in kurzer Seit die Flasche leer getrunken hatte. Dabei wurde sein bisher verweintes und betrübtes Gesichtchen immer Heller und fröhlicher, und als schließlich Kein Tropfen Milch mehr in der Flasche war, lachte das ttind Frau Trina so freundlich an. daß sie nicht anders konnte, sie mußte ihm einen Miß geben. 2b

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