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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1931-01-01 · 48.1931 · page 9

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
48.1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273641--2350-2276153
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Der Preußische Landesverband hat seine Subvention für 1931/32 wiederum erheblich gekürzt und nur noch auf 27 500 HM. bemessen. Auch der Verband bayerischer israelitischer Gemeinden hat sich genötigt gesehen, alle Bewilligungen um 20 o/o zu kürzen. In den Gemeinden werden überall NotctaLs aufgestellt, dio zur fast völligen Streichung von Ausgaben für wissenschaftliche Zwecke führen. Wir empfinden die volle Schwere der Zeit; obwohl uns für die Ausgaben für Stipendien die Zinsen der Hausmann-Stiftung zur .Verfügung stehen, sind die zwangsläufigen Ausgaben durch sicher zu erwartende Einnahmen nur zur Hälfte gedeckt, und wir sind darauf angewiesen, fast 50 000 HM. durch freiwillige Beitrage aufzubringen. Wir hegen die feste Zuversicht, daß unsere bewährten Freunde uns auch in Zukunft ihre Unterstützungen nicht entziehen und daß sie uns dazu helfen werden, neue Freunde zu finden, die unsere Hochschule vor dem Untergang bewahren wollen. Ks ist trotz der schweren Wirtschaftskrise nicht unmöglich, die für ihre Frhaltung erforderlichen Beträge aufzubringen. Es ist nur die Erkenntnis dazu erforderlich, daß das Judentum sich auf der Höhe seiner Aufgabe nur dann erhalten kann, wenn es mit der zeitgenössischen Kultur Schritt hält, d. h. sich durch wissenschaftliche Forschung immer wieder verlieft und erneuert. Gerade das letzte Jahrzehnt hat in dieser Hinsicht wertvolle Erfolge gebracht, und es wäre ein nie wieder gutzumachender Verlust, wenn die wissenschaftliche Arbeit nun gedrosselt oder gar zum Erliegen gebracht würde. Wenn in einer Zeit so drückender Not in Landesverbänden, Gemeinden und anderen Einzclhaushaltungen gespart werden muß, darf die Rationalisierung nicht soweit getrieben werden, daß die Wissenschaft ganz leer ausgeht; der ihr eingeräumte Platz ist immer bescheiden gewesen, und wenigstens dieser muß ihr erhalten bleiben 1 Die Bilanz vom 31. Dezember 1930 weist einen neuen Fehlbetrag von 12531.25 RM. auf. Er wäre noch um 7310,31 HM. höher, wenn nicht die — inzwischen wieder aufgehobene — Steigerung der Kurse berücksichtigt wäre. Frau Agathe Kohn hat uns im April 1930 zur Erhöhung der Julius Kohn und Sohn Emanucl-Stiftung wieder 800 HM. überwiesen. Wir sprechen Frau Kohn wiederholt unseren aufrichtigen Dank aus. Ebenso haben wir Herrn Josef Garbäty- Rosenthal herzlich zu danken, der uns abermals 3000 HM. über wiesen hat; wir waren genötigt, diesen Betrag für die laufenden Ausgaben des Lehrstuhls zu verwenden.

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