Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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„da es im ganzen Lande Kanaan keine einzige Handvoll Samen im Land« gab". Dies bedeutet wohl nicht nur, daß er das Ernte fest ohne Ernte feierte, sondern auch, daß. er die Erstlinge, die Brote, vom alten Getreide opferte. So lehrt auch die Baraita, daß die Brote von altem Getreide tauglich sind, wenn auch der Wortlaut der Mischna dagegen zu sein scheint136). Wenn Verfasser beim Wochenfest die vorgeschriebenen Opfer reduziert, so gibt er wiederum beim Laubhüttenfest, das er Abraham feiern läßt (16, 22—23), auch manche Stücke dazu. Das Ganzopfer wird zwar ebenfalls verringert — 2 Rinder statt 13 am ersten Tage, und 7 Schafe statt 14137) — dafür kommen aber noch je sieben Widder, Ziegenböcke, Schafe und Böcke als Heilsopfer dazu. Dieses ist wiederum verschieden von dem Opfer, das Verfasser selbst Jakob am Hüttenfeste darbringen läßt (32, 4ff.). Auch hierin unterscheidet er sich von der Thora, daß er an jedem der sieben Festtage Abraham und Jakob die gleichen Opfer bringen läßt, was nach der Thora nicht der Fall sein durfte. Denn von den Rindern war an jedem Tage eines abzuziehen. Das gleiche Opfer läßt er Jakob auch am 8. Feiertag (32, 27), im Gegensatz zur Thora, darbringen. Es dürfte auch kein Zufall sein, daß in unserem Buche das W asser opfer am Hüttenfest, das von den Sadduzäern anscheinend abgelehnt wurde138), keine Erwähnung findet. Andere Abweichungen von der Thora und Tradition beim Opferkultus sollen noch kurz behandelt werden. An einer Stelle (7, 4) wird angegeben, daß Noah etwas vom Blut des Bockes auf das „Fleisch" des Altars tat. Dies dürfte ein Übersetzungsfehler sein, da das Blut des Sühnopfers an die Hörner des Altars zu streichen war (Lev. 4, 30)139). — Vom Weihrauch heißt es in 6, 3, daß Noah ihn über das ganze Opfer auf den Altar streute, ähnlich auch in 7, 5: „Und (Noah) legte Weihrauch auf den Altar". In 32, 6 heißt es gar: „Und als das Feuer es (das Opfer) verzehrt hatte, räucherte er Weihrauch oben über dem Feuer". Dieselbe Auffassung finden wir auch im aram. und griechischen Fragment des Testament Levi110). Der Weihrauch ist aber in der Thora nur für ein selbständiges Speiseopfer vorgeschrieben (Lev. 2, 1, 15); für die Speiseopfer, die als Zugabe zu den Tieropfern gebracht werden, ist dagegen kein Weihrauch nötig141). Aber auch beim selbständigen Speiseopfer ist nach dem Wortlaut der Baraita der Weihrauch nicht gesondert auf den Altar zu legen, sondern er muß zusammen mit dem Mehle geopfert werden1*2). — Bemerkenswert ist es, daß in unserem Buche 7, 5 vom 21