Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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In der Jahresrechnung erscheint zum ersten Male die Theodor und Stütunsen Bekka Steinthal-Stiftung, die Frau Bekka Steinthal geb. Meyer zum Andenken an ihren verewigten Gatten, Herrn Theodor Steinthal, mit einem Betrage von ioooo RM. errichtet hat. Von den Zinsen sollen 3oo RM. für eine Preisarbeit abgezweigt werden, die vorzugsweise aus dem Arbeitsgebiet des verstorbenen Dozenten Herrn Professor Chajim Steinthal entnommen werden soll. Wegen des Themas für 1930 s. oben S. 9. Ferner hat Herr Josef Garbaty-Rosenthal zur Vermehrung der Josef und Rosa Garbäty-Rosenthal-Stiftung 3000 RM. gestiftet. Endlich sind uns anläßlich der diamantenen Hochzeit des Herrn Julius und der Frau Agathe Kohn 1000 RM. für die Emanuel Kohn- Stiftung und 1000 RM. namens der Verwandten des Paares durch Herrn Advokaten Reis, Lemberg, überwiesen worden. Kurz darauf wurde Herr Julius Kohn den Seinen und seinem philanthropischen Wirken durch einen plötzlichen Tod entrissen. Dem Wunsche der Frau Kohn Rechnung tragend, haben wir die Stiftung Julius Kohn und Sohn Emanuel-Stiftung umbenannt. Ihre Zinsen sollen fortan jährlich am 27. März und am 24. August je zur Hälfte an bedürftige Studierende der Hochschule verteilt werden. Im April 1930 hat Frau Kohn in dankenswerter Weise erneut 800 RM. der Stiftung überwiesen. Für alle diese Zuwendungen sprechen wir ebenfalls unseren herzlichsten Dank aus. Die Vermehrung unserer Stiftungen und unseres Kapitals erhöht die Sicherheit der Hochschule und macht sie von der Zufälligkeit der Einzelspenden unabhängig. Die Ausgaben für Stipendien und Mittagstische sind, wie bereits s^S^aAi bemerkt, erheblich gestiegen und zeigen noch immer die Tendenz zu steigen. Sie betrugen 1929 nicht weniger als 22 4oo RM., was eine Erhöhung um 45oo RM. gegen das Vorjahr bedeutet. Demgegenüber haben wir an Rückzahlungen ehemaliger Stipendiaten den Betrag von 1860 RM. eingenommen, den«wir als Zeichen der Pflichttreue der ehemaligen Studierenden dankend verzeichnen. Aus der David Herzog-Freitisch-Stiftung erhielten wir den Betrag von 1279,06 RM., der uns aber erst 1930 ausgezahlt wurde und daher in der vorliegenden Jahresrechnung noch nicht erscheint. Zur Linderung der Not in ihrer Mitte griffen die Studierenden zurd°aä2Ki^de« Selbsthilfe; sie belebten die durch die Inflation zerstörte Darlehns- 11