Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Die im vorjährigen Bericht wiedergegebene Anregung, daß die der Ausbildung von Rabbinern und akademischen Religionslehrern in Deutschland dienenden Anstalten durch gesicherte Beiträge der Landesverbände und Gemeinden erhalten werden sollten, hat sich leider nicht erfüllt. Die Beiträge der Landesverbände verblieben auf dem alten Betrag, neu hinzugekommene Beiträge von Gemeinden erhöhten diesen nur unwesentlich. Diese Beträge und die Zinsen unseres Kapitalvermögens entsprechen der einen Hälfte der Jahresausgaben. Für die Deckung der anderen waren wir auf die Jahresbeiträge unserer Mitglieder und auf Spenden angewiesen. Wiederum fand sich ein Kreis altbewährter Freunde und Wohltäter unserer Hochschule, der — das Verzeichnis erscheint nachstehend — uns größere Zuwendungen machte und einen erheblichen Teil des Fehlbetrages deckte. Außerdem stellte sich abermals in dankenswerter Weise Herr Oberkantor Davidsohn in den Dienst unserer Sache. In mühevollen Reisen hat er für die Notgemeinschaft, die unsere Hochschule mit dem Jüdischtheologischen Seminar in Breslau gebildet hat, den Betrag von etwa 32 ooo RM. gesammelt, von dem wir die Hälfte nach Breslau abführten. Ein tiefes, warmherziges Interesse für die Sache des Judentums spricht aus dieser Arbeit des Herrn Oberkantor Davidsohn. Aber die zunehmende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der zweiten Hälfte des Jahres 1929 machte weitere Reisen und jede Werbetätigkeit unmöglich, bewirkte auch einen Rückgang der laufenden Jahresbeiträge. Die Folge ist, daß die laufende Jahresrechnung in den Einnahmen hinter den Ausgaben um rund 6600 RM. zurückblieb und daß der Fehlbetrag wieder auf 18 000 RM. anwuchs. All denen, die uns in unserer schwierigen Lage beigestanden haben, Gemeinden, Verbänden und Einzelpersonen, sprechen wir unseren herzlichen, tiefempfundenen Dank aus. Wir vertrauen auf ihr Wohlwollen, auf das wir in diesem außergewöhnlich schwierigen Wirtschaftsjahr besonders angewiesen sind. Zwar wird der Etat dadurch eine Entlastung erfahren, daß das stark angewachsene Stipendienkonto fortan durch die Zinsen der Hausmann-Stiftung gedeckt werden wird. Im übrigen aber stehen wir der ernsten Pflicht gegenüber, einen erheblichen Teil der Ausgaben her Hochschule durch freiwillige Beihilfen zu decken. Wir müssen daher an alle diejenigen, denen die Zukunft des Judentums und der Erhaltung seiner geistigen Höhe am Herzen liegt, die dringende Bitte richten, unserer Hochschule auch weiter zu gedenken und sie tatkräftig zu unterstützen. 10